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Moers
Gutachter: Keine Parkplatznot in Moers

Moers. Jederzeit gebe es freie Stellplätze in der Innenstadt, so Fachleute. Allerdings nicht immer dort, wo gerne geparkt wird. Von Josef Pogorzalek

Die lange erwarteten Ergebnisse der Parkraumuntersuchung für die Moerser Innenstadt liegt vor. In der nächsten Woche, am 18. Januar, werden die Gutachter sie im Ausschuss für Stadtentwicklung vorstellen. Experten des Planungsbüros "StadtVerkehr" haben zwischen Februar und Mai 2017 den Verkehr auf Parkplätzen sowie in Parkhäusern untersucht und Besucher der Innenstadt zu ihrem Parkverhalten befragt.

Die Fachleute haben festgestellt, dass die insgesamt 3745 vorhandenen Stellplätze in der Innenstadt stark genutzt seien. Aber: "Betrachtet man die Gesamtauslastung, so gibt es zu jeder Zeit in der Innenstadt von Moers noch ausreichend Parkplatzreserven", heißt in einer Zusammenfassung des Gutachtens. Selbst an einem Markttag liege die Auslastungsspitze um 12 Uhr bei 79 Prozent, was bedeute, dass noch 769 freie Stellplätze zur Verfügung stünden. Am Samstag liege die höchste Auslastung um 13 Uhr bei 77 Prozent, 880 Stellplätze seien dann noch frei.

Zusätzliche Stellplätze seien nicht notwendig, folgern die Gutachter. Allerdings schlagen sie eine "besser auf die Nutzergruppen abgestimmte Bewirtschaftung des vorhandenen Parkraums sowie eine Anpassung einzelner Parktarife" vor. Denn weil einige zentral gelegene Parkplätze und Parkhäuser bei Autofahrern beliebter sind als andere, sind einige (zum Beispiel der an der Mühlenstraße) überlastet, während es andernorts viele Lücken gebe. Um das Verhalten der Autofahrer zu ändern, schlagen die Gutachter eine Erhöhung der Parkgebühren zum Beispiel auf dem Parkdeck Neuer Wall vor. Sie sprechen auch von einer Verbesserung der Sicherheit in den Parkhäusern Altstadt, C&A und Essenberger Straße, um deren Attraktivität zu erhöhen: "Durch (bessere) Beleuchtung und die Schaffung von sicheren und einsehbaren Fußwegen soll den Bedürfnissen sicherheitssensibler Nutzergruppen Rechnung getragen werden und dadurch der Auslastungsgrad des Parkangebots erhöht werden." Allerdings handle es sich um private Parkhäuser (mit Ausnahme Altstadt, unteres Parkdeck), so dass die Stadt nur wenig Einfluss darauf ausüben könne.

Weiterhin schlagen die Gutachter eine Optimierung des Parkleitsystems vor, mit dem Ziel, den "Autosuchverkehr" besser zu verteilen. Bei der Erreichbarkeit der Innenstadt solle aber nicht nur auf Autos geschaut werden: "Eine weitere nicht unbedeutende Maßnahme stellt die verstärkte Förderung von Rad- und Fußverkehr in Moers dar. Dies kann beispielsweise durch die Schaffung von Fahrradpark- und Abstellplätzen, der Verbesserung des Fuß- und Radwegenetzes geschehen."

Nach dem Motto "was wäre, wenn", haben die Fachleute auch verschiedene Szenarien ins Auge gefasst. Was wäre zum Beispiel, wenn der 200 Stellplätze fassende Parkplatz auf dem Kastellplatz wegfiele? Davon wird abgeraten, denn der Wegfall der Stellplätze in der südlichen Innenstadt könne nicht kompensiert werden. Denkbar sei dagegen eine Verringerung des Platzangebots auf dem Kastellplatz auf 140.

Empfehlen können die Gutachter auch einen Wegfall der 250 Parkmöglichkeiten am Neuen Wall/Altstadt "zur Gewinnung möglicher städtebaulich nutzbarer Flächen im Innenstadtbereich", denn im Norden der Innenstadt gebe es insgesamt genügend Stellplätze. Aus diesem Grund spreche aus nichts dagegen, aus dem Parkraum "Meerstraße" (68 Stellplätze) ein Wohnquartier zu machen. Zu verschmerzen wäre zudem eine Aufgabe des sehr unbeliebten Parkhauses Kautzstraße, an dessen Stelle ein Parkplatz mit 50 Plätzen entstehen könnte.

Quelle: RP
 
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