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Moers
"Gypsy Jazz" mit Carolin Pook unter freiem Himmel

Moers. Vor knapp einem Monat hatte die Violinistin Carolin Pook, die in diesem Jahr als "Improviser in Residence" in Moers lebt, ihre Reihe der sommerlichen Garten-Konzerte unter dem Motto "New York Summer Folk" eröffnet. Am Samstagabend fand nun das zweite Konzert dieser Reihe im Garten des Hauses am Kastellplatz statt, in dem der jeweilige "Improviser in Residence" während seiner Zeit in Moers wohnt. Zu diesem Anlass hatte Carolin Pook erneut befreundete Musiker als Gäste nach Moers eingeladen, die mit ihr gemeinsam das Konzert gestalteten. Von Jan Caspers

So trat sie diesmal mit dem Gitarristen Paulus Schäfer, dem Kontrabassisten Noah Schäfer und dem Gitarristen Olli Soikkeli auf. Während die Brüder Paulus und Noah Schäfer aus dem niederländischen Eindhoven kommen, lebt der gebürtige Finne Olli Soikkeli mittlerweile in New York und hat dort Carolin Pook kennengelernt, die ebenfalls seit Jahren in New York wohnt. Olli Soikkeli war es auch, der den Kontakt zu Paulus und Noah Schäfer hergestellt hat, mit denen Carolin Pook am Samstagabend erstmals zusammen musizierte.

Das Konzert, zu dem zahlreiche Besucher in den kleinen Garten gekommen waren, der zwischen dem Wohnhaus und der katholischen Kirche liegt, stand dabei ganz im Zeichen des "Gypsy Jazz". Der Musikstil des "Gypsy Jazz" ist eine Variante des Swing und entwickelte sich als erster in Europa entstandener Jazzstil Ende der 1920er Jahre in Frankreich. Als Begründer des "Gypsy Jazz" gilt in erster Linie der legendäre belgische Gitarrist Django Reinhardt, der gemeinsam mit dem Geiger Stéphane Grappelli das "Quintette du Hot Club de France", eine der populärsten europäischen Jazzformationen der 1930er Jahre, gründete. In Deutschland war der "Gypsy Jazz", der eng mit Musikern wie dem Violinisten Schnuckenack Reinhardt verbunden ist, in den 1960er und 1970er Jahren besonders beliebt. Carolin Pook und ihre drei musikalischen Mitstreiter spielten zu Konzertbeginn den Jazz-Standard "Coquette", die Ballade "Je suis seule ce soir" sowie die mitreißenden Kompositionen "Indifference" von Tony Muréna und "Made for Wesley" von Rinus Steinbach.

Die Konzertbesucher, die in gemütlicher Atmosphäre auf Holzbänken und Plastikstühlen zwischen Sträuchern und Bäumen saßen, waren vom treibenden Rhythmus der Musik sowie dem Spielwitz und den Improvisationen und virtuosen Soli der einzelnen Musiker sichtlich begeistert. Nach einer kurzen Pause, in der sich die Musiker und Konzertbesucher bei Wein, Bier oder Säften sowie Hot-Dogs und Salaten, die mehrere Moerserinnen und Moerser gespendet hatten, angeregt unterhalten konnten, wurde das Garten-Konzert bei brennenden Teelichtern und Lampions schließlich mit dem Jazz-Standard "All of me" und dem Klassiker "Minor Swing" von Django Reinhardt fortgesetzt. Unterstützt wurden die vier Musiker, die ausgesprochen gut miteinander harmonierten, in der zweiten Konzerthälfte von Alastair Ottensen, der diesmal das Saxophon spielte.

Quelle: RP
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