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Moers Festival
Händler kreieren ihre Bummelmeile

Moers Festival: Händler kreieren ihre Bummelmeile
Der Händlermarkt hat mehr Dorfcharakter bekommen. Das gefiel den meisten Besuchern besonders gut. Das Warenangebot war vielseitig. FOTO: K. Dieker
Moers. Moers Festival heißt auch ein mehrtägiger Markt mit einem bunten Mix aus handwerklichen und kulinarischen Angeboten. Von Jutta Langhoff

Der Markt hat Tradition. Viele Festivalbesucher nutzen ihn zwischen den musikalischen Darbietungen zum Bummeln, Schlemmen oder für entspannte Treffen mit gleichgesinnten Jazz-Freunden. Andere, wie die 48-jährige Moerserin Katarzyna Karwicki kommen aber auch einfach nur so, "wegen seiner besonderen Atmosphäre". Sie zu schaffen, ist seit dem Umzug des Festivals vom Freizeitpark auf das Solimare-Gelände die Aufgabe von Norbert Knabben.

Nachdem in den Festival-Anfängen vor allem viele afrikanische und asiatische Händler mit folkloristischen Waren das Bild des Marktes prägten, sind unter seiner Regie dort inzwischen auch regelmäßig eine Reihe kleiner, kunsthandwerklicher Anbieter aus der Region vertreten. So gab es diesmal neben originellem Leder-Schmuck, und allerlei Accessoires aus Recyclingmaterialien, einen Stand mit selbst gemachten Likören und Marmeladen, einen begehbaren Modetruck und sogar einen Kunstmaler mit fotorealistischen Gemälden von Industrieanlagen und regionalen Landmarken. "Dieser Mix macht das Ganze bunter und interessanter", ist er sicher.

Starke Klänge beim Moers-Festival 2017 FOTO: Klaus Dieker

Das Gleiche gilt für die kulinarischen Angebote. Auch sie sind deutlich vielfältiger geworden und reichten diesmal von der obligatorischen Bratwurst über italienische Pasta-Gerichte und asiatische Spezialitäten bis hin zu schwäbischen Maultaschen und Schweizer Raclette. Das Besondere in diesem Jahr war ein mit riesigen, aus Rohholzbrettern gezimmerten Sofas ausgestatteter "Dorfplatz" und eine kleine Freilichtbühne in der Marktmitte. Daneben waren die Wege zwischen den Ständen nicht wie gewohnt geradlinig, sondern schlängelten sich wie natürliche Spazierwege von Stand zu Stand.

Das Konzept zu der räumlichen Neugestaltung des Marktes stammte vom neuen Festival-Leiter Tim Isfort und hatte das Ziel, die Verweildauer der Marktbesucher zu steigern. Mit Erfolg. Bei meist strahlendem Sommerwetter waren die derben Sitzgelegenheiten stets gut besetzt und luden zum Sonnen, und Ausruhen ein.

"Diese Sofas sind wirklich eine tolle Idee", fand eine Besucherin aus Duisburg. "Da kann man sich auch hinsetzen, ohne dass man gleich etwas zu essen oder zu trinken kaufen muss." Das stimme. Allerdings nur, solange die Sonne schien. Als der Himmel am Samstagabend dunkler wurde und plötzlich einen heftigen Regenguss über dem Markt ausschüttete, verwandelte sich die bis dahin gemütliche Sitzszene plötzlich von einer Minute zur anderen in eine große, allgemeine Flucht unter die Zelte und Vordächer der Markthändler, sowie in die Eingangshalle der Eissporthalle.

"Schön", kommentierte der Duisburger Maler Roland Wardeski den plötzlichen Andrang unter seinem Standdach mit Humor. "So viele Besucher auf einmal." Ein afrikanischer Korb-Händler war weniger erfreut. Er musste seine schönen bunten Körbe kurzfristig unter einer wasserdichten Plastikplane verstecken, und die Damen am Schweizer Raclette-Stand schalteten vorsichtshalber ihren Gasofen aus. Als der Guss vorüber war, lockte es die zuvor aufgescheuchten Marktgänger dann aber wieder zurück auf die Holzsofas. Einige nutzten die entstandenen Pfützen gut gelaunt für ein erfrischendes Fußbad. Und auch am späten Abend war der Markt noch bis zum Schluss um 24 Uhr eine gesellige Bummelmeile.

Quelle: RP
 
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