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Moers
Halbzeit auf geschichtsträchtiger Baustelle

Moers: Halbzeit auf geschichtsträchtiger Baustelle
Roland Rösch, Geschäftsführer der Stadtbau Moers, zeigt den künftigen Gastronomiebereich. Links entstand zwischen den beiden Gebäudeteilen ein Anbau mit Glasfront zum Innenhof des Landratsamts. FOTO: K. Dieker
Moers. Vor etwa einem Jahr hat die Sanierung des Alten Landratsamts am Kastellplatz begonnen. Roland Rösch, Geschäftsführer der Stadtbau Moers, ist optimistisch, dass der Umbau des denkmalgeschützten Gebäudes Ende 2018 fertiggestellt ist. Von Anja Katzke

Es braucht noch ein wenig Phantasie, um sich vorzustellen, wie das geschichtsträchtige Gebäude nach der Sanierung aussehen wird. Die Handwerker haben im ganzen Haus ihre Spuren hinterlassen: Kabel hängen aus unverputzten Wänden, die Decken sind abgehängt, die alten Türen sind noch nicht aufbereitet. "Wir liegen gut in der Zeit, und alle Gewerke sind vergeben", sagt Roland Rösch, Geschäftsführer der Stadtbau Moers. Wer genau hinschaut, stellt fest, dass viele Arbeiten getan sind: Die historische Fassade erstrahlt in neuem Glanz, das Dach ist gedeckt, der imposante Dachstuhl und alle Fenster wurden nach den Vorgaben des Denkmalschutzes restauriert. Der Umbau eines denkmalgeschützten Hauses sei, sagt Rösch, nicht einfach. Vor allem sei man nicht gegen Überraschungen gefeit: So stießen die Handwerker im Alten Landratsamt zum Beispiel auf doppelte Wände und verbaute Türen. Die größte Überraschung war nicht mit bloßem Auge zu erkennen: die Statik des Gebäudes. Dieses bauliche Problem ist inzwischen gelöst: Starke Eisenquerbänder durchziehen jetzt das Haus und geben ihm den nötigen Halt. "Wir sind mit der Denkmalbehörde im wechselseitigen Austausch. Das funktioniert sehr gut", sagt der Geschäftsführer der Stadtbau Moers.

Das Alte Landratsamt soll als Museum die wechselvolle Demokratiegeschichte des 20. Jahrhunderts erzählen. Die Volkshochschule wird dort ebenso Räume beziehen wie der vor zwei Jahren gegründete Trägerverein "Neue Geschichte im Alten Landratsamt". Dafür wird das von 1898 bis 1900 erbaute Gebäude vom Keller bis ins Dachgeschoss hinauf umfassend saniert. Es entstehen unter anderem barrierefreie Zugänge mit Rollrampen, Aufzüge werden eingebaut und neue Fluchtwege erschlossen. "Der Aufzugschacht ist fertig", zeigte Rösch gestern bei einem Rundgang durch das Gebäude, das im Laufe seiner 100-jährigen Geschichte unterschiedlichen Nutzungen unterlag. Aktuell sind die Handwerker mit dem Innenausbau beschäftigt. Es wird die komplette Haustechnik installiert: Heizung, Lüftung, Elektro und so weiter. Eine Wasserhochdrucknebellöschanlage wird zum Brandschutz im Gebäude eingebaut. Holzvertäfelungen, Türen und Holzdecken werden nach der Entkernung des Gebäudes restauriert.

Vorangeschritten sind die Arbeiten im künftigen Gastronomiebereich im rechten Gebäudeteil. "Dort will die Bitburger Gruppe ein Benediktiner-Gasthaus einrichten. Es soll Vorzeige-Charakter haben", erläuterte Roland Rösch. Damit das Wirtshaus künftig die Gäste auf rund 250 Quadratmetern bewirten kann, wurde am rückwärtigen Teil des Gebäudes angebaut. Eine große Fensterwand gibt den Blick nach außen frei. Rösch geht davon aus, dass die Brauerei im dritten Quartal 2018 einziehen kann. "Sie soll ja das Weihnachtsgeschäft noch mitnehmen können." Der Umbau des Alten Landratsamts kostet insgesamt 5,5 Millionen Euro und fällt damit um eine Millionen Euro teuerer aus als ursprünglich geplant. "Wir liegen 20 Prozent über Kostenschätzung", erklärt Rösch. "Und damit liegen wir für ein solches Projekt im Rahmen." Gefördert wird das Vorhaben durch Städtebaufördermitteln in Höhe von rund 3,3 Millionen Euro.

Quelle: RP
 
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