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Moers
Handlungskonzept für Neukirchen steht

Moers: Handlungskonzept für Neukirchen steht
Ein Blick in die Hochstraße. Sie soll attraktiver und belebter werden. Schon im nächsten Jahr, wenn eine Kanalsanierung fällig ist, soll die Umgestaltung in Angriff genommen werden. FOTO: privat
Moers. Mit dem Beschluss durch den Rat in der nächsten Woche wird die letzte Voraussetzung erfüllt, damit Fördermittel fließen können. Im nächsten Jahr sollen die ersten Maßnahmen zur Entwicklung des Ortsteils umgesetzt werden. Von Josef Pogorzalek

Seit rund fünf Jahren arbeitet die Stadt an Plänen zur Entwicklung des Ortskerns von Neukirchen. Mit dem Beschluss durch den Rat am Mittwoch nächster Woche wird die Vorarbeit am "Integrierten Handlungskonzept" (IHK) nun abgeschlossen. Alle Voraussetzungen sind damit erfüllt, damit die bereits beantragten Fördermittel aus dem Stadtentwicklungsprogramm des Landes fließen können. Rund 7,6 Millionen Euro würde es kosten, alle im IHK angeführten Maßnahmen umzusetzen. "Wir sind sehr zuversichtlich, dass Mittel bewilligt werden", sagt Hans-Willi Pergens vom Amt für Wirtschaftsförderung. Die Signale der Bezirksregierung waren bislang entsprechend positiv. Doch ob die beantragten Mittel in der erhofften Höhe fließen, weiß man nicht. "Das Geld aus dem Stadterneuerungsprogramm muss unter allen Kommunen aufgeteilt werden, die Anträge stellen", erklärt Pergens. Ohnehin muss die im Haushaltssicherungskonzept steckende Stadt 30 Prozent der Kosten - bei der beantragten Summe sind das rund 2,28 Millionen Euro - selbst aufbringen leisten. Pergens: "Mit seinem Beschluss zeigt der Rat, dass er dazu bereit ist."

Das Handlungskonzept nennt eine Reihe von Maßnahmen, die den Ort schöner und attraktiver machen und seine Infrastruktur stärken. Straßen und Plätze sollen umgestaltet, Grundstücke sinnvoll bebaut, in die Jahre gekommene Gebäude verschönert werden. Ein großer Handlungsbedarf habe sich aufgestaut, sagt Hans-Willi Pergens: "Die letzten Maßnahmen haben in den 80er Jahren stattgefunden." Da die Inhalte des beschlossenen Maßnahmenpakets aufeinander aufbauten, wolle man es auch dann komplett umsetzen, wenn die Mittel nicht in der erhofften Höhe fließen. "Dann müssen wir über die Finanzierung noch mal nachdenken." Ohnehin seien manche IHK-Bausteine - Beispiel: Umgestaltung des Parkplatzes Andreas-Bräm-Straße - nicht förderfähig. Und bei anderen sei Privatinitiative nötig. Die sei in wachsendem Maße vorhanden. "Das Schöne ist: Das IHK löst auch private Investitionen aus", freut sich Pergens. Das habe in den vergangenen Monaten die Akteure allerdings auch gezwungen, schnell zu reagieren. Manches, das bei der Aufstellung des IHK lediglich Wunschdenken war (wie der Abriss des evangelischen Gemeindezentrums und die Nutzung des Areals für eine Wohnbebauung) sei inzwischen auf den Weg gebracht.

Von dem Gedanken, dass Ergebnisse des IHK schnell sichtbar sein werden, müssen die Neukirchnener allerdings Abstand nehmen. "Das wird frühestens im nächsten Jahr der Fall sein." Dann sollte es möglich sein, im Zuge der Kanalsanierung der Hochstraße eine neue Optik zu geben. Ein Entwurf dazu sei bereits in Vorbereitung. Ansonsten werden die ersten Fördermittel auch für weitere Planungen und ein Büro gebraucht, dass den Prozess begleiten soll. "Nur mit unserer eigenen Rathaus-Mannschaft können wir das nicht stemmen", sagt Hans-Willi Pergens. Er geht davon aus, dass auch die Ansiedlung von Edeka auf einem ehemaligen Gelände des Erziehungsvereins schnellvorangetrieben werden kann. Die Umgestaltung des Vorplatzes des Erziehungsvereins sei dagegen eine längerfristige Angelegenheit. Für den Platz, der "neue Funktionen" zum Beispiel als Veranstaltungsfläche erhalten soll, wird ein Planungswettbewerb ausgeschrieben.

Bis wann alle Schritte umgesetzt sind, steht in den Sternen. Formal dauert der "Maßnahmenzeitplan" fünf Jahre, danach kann das Handlungskonzept fortgeschrieben werden. Die Maßnahmen sind nach Prioritäten von eins bis drei zeitlich geordnet, für manche, wie die Umgestaltung des Grafschafter Platzes, wird ein Umsetzungszeitraum bis 2030 angepeilt. Was aber nicht das letzte Wort sein muss: "Wir versuchen, es schneller hinzukriegen", sagt Hans-Willi Pergens.

Das Integrierte Handlundskonzept samt Förderanträgen und allen Anlagen ist auf den Internetseiten der Stadt, www.-neukirchen-vluyn.de, Ratsinformationssystem, einsehbar.

Quelle: RP
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