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Moers
Hanfanbau: Rentnerpaar vor Gericht

Moers. Ein Rentnerehepaar aus Moers steht im Verdacht, den Drogenanbau der Söhne im Haus geduldet und unterstützt zu haben. Nun müssen sich die beiden vor der auswärtigen Strafkammer in Moers verantworten.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Ehepaar vor, als Mitglied einer Bande gehandelt zu haben. Es geht um Cannabis im zweistelligen Kilobereich. Die Söhne sind bereits zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Die 58-jährige Mutter wollte sich zu den Vorwürfen nicht äußern. Lange sprach sie über ihre Krankheiten, aufgrund derer sie dringend auf die Unterstützung ihres Mannes angewiesen sei.

Der 60-Jährige räumte ein, von dem illegalen Anbau gewusst zu haben. Er will aber weder geholfen haben, noch am Erlös beteiligt gewesen sein. Auf seinen Protest hätten beide Söhne nicht reagiert. Einer habe ihn sogar bedroht. "Ich habe ihn deshalb auch gewähren lassen." Also habe er auch hingenommen, dass ein Freund der Beiden in das Geschäft einstieg. Er selber habe keinen Schlüssel zu dem Kellerraum gehabt und wisse nicht, wie die Erlöse verteilt wurden, beteuerte der Angeklagte. Er habe auch keinen Anteil am Gewinn gehabt. Einmal hätten sich die Söhne allerdings an der hohen Wasserrechnung beteiligt. Die in seinem Safe sichergestellten Briefumschläge mit Geld seien kein Drogengeld, sondern Rücklagen für Anschaffungen und Auszahlungen aus dem Sparclub gewesen. Für das Gericht reichte diese Einlassung nicht aus. Jetzt müssen weitere Zeugen gehört werden.

(BL)
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