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Moers
Hausriegel soll Siedlung vor Lärm schützen

Moers: Hausriegel soll Siedlung vor Lärm schützen
Der Bauverein Rheinhausen will die Fläche zwischen A40 (oben) Friemersheimer (rechts), und Oestrumer Straße (unten) bebauen. In der Mitte verläuft die Trompeter Straße. Die Grafik zeigt den städtebaulichen Entwurf. Von dem Lärmschutz-Hausriegel werden auch die bereits dort wohnenden Menschen profitieren. FOTO: crei
Moers. Eine Siedlung mit insgesamt 122 Wohneinheiten will der Bauverein Rheinhausen in Asberg bauen. Die Planung stellt sich als große Herausforderung dar: Das geplante Baugebiet, eine Grünfläche, die dem Bauverein bereits gehört, liegt unmittelbar südlich der A40, im Bereich der Oestrumer und Trompeter Straße. Von Josef Pogorzalek

Der Autobahnlärm ist dort so stark, dass besondere Schutzmaßnahmen getroffen werden müssen, um den gesetzlichen Vorgaben für den Bau von Wohnhäusern gerecht werden zu können. Zum wiederholten Mal hat sich jetzt der Ausschuss für Stadtentwicklung mit dem Thema befasst.

Zwar wolle der Landesbetrieb Straßen voraussichtlich in diesem oder im nächsten Jahr an der Autobahn eine Lärmschutzmauer errichten, berichtete der Stadtplaner Wolfgang Würslin, der im Auftrag des Bauvereins an einem Konzept gearbeitet hat. Aber diese Mauer reiche nicht aus, um die gesetzlich geforderten "gesunden Wohn- und Arbeitsverhältnisse" zu gewährleisten. Deshalb sollen fünf viergeschossige, miteinander verbundene Wohngebäude als "Lärmschutzriegel" entlang der Autobahn entstehen. Ursprünglich hatte der Bauverein nur drei Geschosse vorgesehen, diese hätten aber keinen ausreichenden Lärmschutz gewährleistet.

"Alle Wohn- und Aufenthaltsräume werden nach Süden ausgerichtet", erläuterte der Architekt Heinz Berger im Ausschuss. Auch nach Norden, zur Autobahn hin, sollen die Wohnungen zwar Fenster erhalten. Diese blieben aber normalerweise zu. Eine Automatik werde für die Belüftung dieser Räume sorgen.

Die 13 Meter hohe Riegelbebauung werde den Bereich weitgehend abschotten, versicherte Würslin. So könne eine recht ruhige Siedlung entstehen. Im "Lärmschatten" des Gebäuderiegels sollen vorwiegend fast ausschließlich barrierefreie sogenannte Gartenhofhäuser gebaut werden. "Sie sind sehr attraktiv für ältere Leute, die ihr Einfamilienhaus aufgeben", erläuterte Würslin. Einige der Häuser sind auch zweistöckig geplant. Darüber hinaus plant der Bauverein begrünte Spielflächen für Kinder sowie einen großen Spielplatz. Die Stellflächen für Autos sind nach dem aktuellen Entwurf rings um die Siedlung positioniert.

Insgesamt 23 Millionen Euro möchte der Bauverein Rheinhausen investierten. "Das ist ein Aspekt, den man nicht aus den Augen verlieren sollte", sagte Vorstand Volker Seemann an die Adresse der Moerser Politik. Die Fraktionen zeigten sich mit der vorgestellten Planung allerdings grundsätzlich zufrieden und beschlossen die Aufstellung eines Bebauungsplans. Allerdings gab es Kritik, dass die Bebauung sehr "massiv" ausfalle. Und auch die Lage der Spielflächen gefiel nicht jedem. Punkte, die möglicherweise im weiteren Planungsverfahren aufgegriffen werden. Auf jeden Fall muss die Stadt darüber nachdenken, ob die Asberger Kindergärten genügend Platz bieten. Denn es ist zu erwarten, dass viele Familien in die neue Siedlung ziehen werden.

"Die Häuser werden das Angebot in Moers gut ergänzen", sagte gestern Stadtsprecher Thorsten Schröder. Während an anderen Orten (u.a. altes Neues Rathaus, Dr.-Hermann-Boschheidgen-Straße) Wohnraum der teureren Kategorie entsteht, bediene der Bauverein Rheinhausen mit seiner Planung in Asberg auch eine Klientel mit kleinerem Geldbeutel.

Quelle: RP
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