| 00.00 Uhr

Serie Mein Viertel
Heimat für alle Generationen

Serie Mein Viertel: Heimat für alle Generationen
Claus Peter Küster in seinem Scherpenberg: "Das Prinzip der kurzen Wege beherrscht den Stadtteil." FOTO: Klaus Dieker
Moers. Scherpenberg: Der Kommunalpolitiker Claus Peter Küster berichtet beim Spaziergang durch den östlichsten Stadtteil von Moers über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft in seinem Viertel. Von Gabi Harpers

Moers Claus Peter Küster, seit 2014 für die "Grafschafter" Mitglied im Moerser Stadtrat und Vorsitzender der "Scherpenberg Aktiven", kennt sein Viertel in- und auswendig. "Unsere Geschichte reicht bis ins 17. Jahrhundert zurück. Auf alten Karten von 1679 ist Scherpenberg erstmals erwähnt", berichtet der engagierte Kommunalpolitiker. Heute zählt der lebendige Stadtteil rund 4500 Einwohner. Küster: "Das Herz unseres Dorfes war bis vor zehn Jahren der Karlsplatz. Er war Versammlungsort für die Bürger. Hier fanden Schützenfeste, Märkte und die jährliche Kirmes statt." Mit der Neugestaltung des Areals anlässlich des Neubaus der Sparkasse 2004 fiel dieser vielseitig nutzbare Festplatz weg. Mitbürger, Vereine und Initiativen sorgen in jedem Jahr weiterhin dafür, dass hier in der Weihnachtszeit ein Weihnachtsbaum und am ersten Mai ein Maibaum aufgestellt werden. Für Claus Peter Küster sind diese Aktionen ein "Symbol für Tradition und Beständigkeit".

Seit 25 Jahren lebt der 55-jährige Maschinenbautechniker nun schon mit seiner Familie in Scherpenberg. Der in Wales geborene Halbire mit deutschem Pass bezeichnet sich selbst als "unbequemen Bürger": "Ich möchte dazu beitragen, dass die kleinen und großen Sorgen der Leute bei den Politikern Gehör finden", bekräftigt er. Seinen Weg in die Politik fand Küster durch Protest-Aktionen im Stadtteil: "Als man in Scherpenberg vor einigen Jahren die Bücherei schloss, habe ich mich dafür entschieden, auch auf kommunaler Ebene unbequem zu sein." Der Mann mit dem markanten Schnauzbart stritt unter anderem für die Einführung des Schoko-Tickets und engagierte sich für die Wiedereinführung des MO-Autokennzeichens.

"Auch kulturell haben wir einiges zu bieten, wie zum Beispiel das Grafschafter Museum am Schacht IV, wo man viel Wissenswertes über die wechselvolle Geschichte der Steinkohleförderung in der Region erfährt", so Küster. Mit der Kaiserwiese an der Homberger Straße wurde schließlich ein neuer Versammlungsort und Festplatz gefunden. Und man habe das "Wappenfest" aus der Taufe gehoben - benannt nach dem hier aufgestellten beleuchteten Moerser Stadtwappen -, das in diesem Jahr bereits zu sechsten Mal stattfinden wird. "An diesem Festwochenende haben Vereine, Initiativen, die Scherpenberger Kaufmannschaft, das Handwerk und die Bürger Gelegenheit, sich zu präsentieren, sich auszutauschen und nicht zuletzt kräftig zu feiern", so Küster. "Unterstützt werden wir dabei durch die Freiwillige Feuerwehr, die schon seit über 100 Jahren an der Cecilienstraße beheimatet ist, und das THW, ohne deren Engagement Vieles nicht möglich wäre". "Scherpenberg verfügt über eine intakte Infrastruktur", erläutert Claus Peter Küster. "Hier gibt es noch den Metzger und den Bäcker um die Ecke. Das frisch renovierte Lebensmittelgeschäft an der Homberger Straße hält mehr als 1000 Artikel für die tägliche Versorgung bereit. Ärzte, Kirchen, Handwerksbetriebe - das Prinzip der kurzen Wege beherrscht den Stadtteil. Wir werden schließlich alle nicht jünger", ergänzt er schmunzelnd. Für alle Generationen sei gesorgt: im Viertel gibt es allein drei Kindergärten, eine Grundschule mit offenem Ganztagsbetrieb sowie eine Gesamtschule. Neben historischer Bausubstanz entstehen immer mehr Eigenheime, die gerade jungen Familien eine neue Heimat bieten. "Dem demografischen Wandel tragen auch einige zukunftsweisende Projekte in Scherpenberg Rechnung", berichtet Küster stolz. "Das ehemalige Schützenhaus wird derzeit umgebaut. Hier entstehen Sozialwohnungen. Im Gebäude der ehemaligen Volksschule Moerser Heide entstehen seniorengerechte Wohnungen mit einer angeschlossenen Sozialstation, die voraussichtlich in zwei Jahren bezugsfertig sind."

Claus Peter Küster hat sich vorgenommen, "auch in Zukunft für die Belange der Scherpenberger einzutreten und an einer Verbesserung der Vernetzung der einzelnen Initiativen und Vereine zu arbeiten". Sein Antrieb sei, so der engagierte Kommunalpolitiker, den Stadtteil Scherpenberg als Einheit so lange wie möglich zu erhalten: "Wir sind offen für die Entwicklungen der Zukunft, aber das Grundgerüst, die Stadtteil-Struktur muss bleiben."

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Serie Mein Viertel: Heimat für alle Generationen


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.