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Moers
Heimat in Zeiten von Facebook

Moers: Heimat in Zeiten von Facebook
Da gab es noch Parkraum auf dem Neumarkt in Moers: Links ist die Stadtkirche zu sehen. FOTO: Stadtarchiv:
Moers. In den diversen Facebook-Gruppen aus Moers, Kampf-Lintfort, Neukirchen-Vluyn und Rheurdt lässt sich derzeit ein spannendes Phänomen beobachten. Jeden Tag posten Menschen dort Bilder aus früheren Zeiten - von alten Schlössern, historischen Festumzügen, Lieblingsplätzen. Nostalgie in Schwarz-Weiß. Es hagelt "Gefällt mir". Je nach Blickwinkel setzen die Motive unterschiedliche Emotionen frei: Die Älteren freuen sich über Erinnerungen, die Jüngeren staunen über Vergangenes. Verblüffend ist die Wirkung: Alle Nutzer dieses Mediums Facebook, das doch eigentlich als Hassverbreitungsplattform verschrien ist, setzen sich mit Heimat auseinander, entwickeln eine Bindung zur Stadt. Ältere und junge Menschen tauschen sich hier aus, definieren im stillen Einverständnis gemeinsam ihren Heimatbegriff.

Woher kommt die Freude an Heimatbildern? Seit einigen Jahren schon beobachten Wissenschaftler eine Glokalisierung - der Soziologe beschreibt mit diesem Wort das Phänomen, dass bei einer immer enger verzahnten und globaleren Welt der Mensch den Rückzug ins Lokale unternimmt, in die kleinste mögliche Einheit: das Dorf, die Familie. Wir als Ihre Lokalredaktion berichten täglich aus dieser Heimat. In einer Serie wollen wir in den zwei drei Wochen auf der Suche nach Heimatgeschichten gehen - nicht tümelnd, sondern mit einem wachen Blick für die kleinen Schätze. Wir wollen die Städte, die in Wahrheit ja oft auch liebenswerte kleine Dörfer oder Stadtteile sind, in ihrer Vielfalt betrachten. Wir werden zeigen, wie die Natur diese Landschaft geprägt hat und wie Menschen die Natur bewahren, wie historische Bauten den Städten ein Gesicht geben und wie Menschen von hier ihre Stadt mitgestalten. Manches Bekannte wollen wir in neuem Licht präsentieren, aber auch kleine Geheimtipps zeigen und immer die Geschichte hinter den Personen oder Bauwerken beleuchten. Weil Heimat nicht an der Stadtgrenze aufhört, weil der Moerser, Kamp-Lintforter, Rheurdter und Neukirchen-Vluyner weltoffen ist (also für schöne Dinge auch nach Wesel, Emmerich und Xanten fährt), ist auch das für uns Heimat. Heute startet die Serie auf der folgenden Seite mit einer bekannten Person, die sich vorbildlich für die Natur in seiner Heimat einsetzt. Peter Malzbender ist der Greifvogel-Schleiereulen-Bienen-Flüsterer - und der Nabu-Chef. Sebastian Peters

Quelle: RP
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