| 00.00 Uhr

Moers
Heimatkalender zeigt altes Rheurdt

Moers: Heimatkalender zeigt altes Rheurdt
Eine Postkarte von 1920: Links am Bildrand ein Schilderhaus, dahinter der Giebel der Wirtschaft Jochems. FOTO: Mäschig
Moers. Das Ökodorf und seine Historie stehen im Mittelpunkt des Geldrischen Heimatkalenders für 2017. Von Stefan Gilsbach

"Vorm Berg" oder "hinterm Berg", das sagt man rund um Rheurdt manchmal noch, wenn man beschreiben will, ob jemand diesseits oder jenseits des Höhenzuges wohnt. An dessen östlicher Flanke schmiegen sich Rheurdt und Schaephuysen, die wichtigsten Ortschaften der Gemeinde. Für die Kerkener beispielsweise liegt Rheurdt eindeutig "hinterm Berg", obwohl so reizvolle Ortschaften wie Finkenberg und Saelhuysen wiederum "vorm Berg" liegen.

Interessante Blicke "übern Berg" unternimmt der Geldrische Heimatkalender für das Jahr 2017. Rheurdt ist die Kommune, der diesmal ein besonderer Schwerpunkt in dem Band zukommt. Das beginnt mit einem aktuellen Porträt der Gemeinde, wie gewohnt von RP-Redakteur Michael Klatt aus Geldern verfasst. Doch dann geht es zurück in die Vergangenheit: Christian Wiltsch untersucht, wo einst unserer Vorfahren die Sonne gefeiert haben.

Theo Mäschig, einer der besten Kenner der Rheurdter und Schaephuysener Geschichte, erinnert an ein längst verschwundenes Gasthaus, die Wirtschaft Jochems in Schaephuysen. Maria Cöhnen dokumentiert die Liturgie der Fronleichnamszüge in Rheurdt von 1917 bis 1957, bei denen unter anderem die "Arma Christi", die Marterwerkzeuge der Passion, mitgeführt wurden - eindrucksvolle Bilder erinnern an ein Stück Volksfrömmigkeit. Der aus Saelhuysen stammende Schriftsteller Hermann-Josef Schüren hat eine Kurzgeschichte beigesteuert.

Bei der Vorstellung im Rathaus (v. l.): Theo Mäschig, Maria Cöhnen, Gerd Halmanns, Johanna Klümpen-Hegmanns, Bernhard Keuck und Bürgermeister Klaus Kleinenkuhnen. FOTO: Stoffel

Herausgegeben wird der Geldrische Heimatkalender durch den Historischen Verein für Geldern und Umgegend. Der geschichtliche Blick geht teilweise weit zurück, so untersucht Bernd Kibilka "Die Sagen vom Gochfortzberg und eine fränkische Siedlung". Aber auch Berichte aus Zeiten, die noch nicht so lange zurückliegen - NS-Zeit, Weltkrieg, Wiederaufbau - findet der Leser und wird in manchen Fällen an eigene Erlebnisse denken müssen. Einen Beitrag, der gerade in diesen Tagen aktuell ist, steuert Donia Basal bei: "Zwei Leben und eine Seele - zwischen Syrien und Geldern". Insgesamt nennt das Verzeichnis der Autorinnen und Autoren mehr als 50 Namen. Zur Tradition des Heimatkalenders gehört auch, das Gedichte und Mundarterzählungen zwischen den längeren Texten eingestreut sind. Eine Freude für die Augen sind die schönen Fotoserien heimischer Landschaften und Städte. Und auch die "Chronik des Gelderlandes" wird, wie in jedem Jahr, sorgfältig fortgeführt.

Zu den Unterstützern, die den Druck des Kalenders ermöglichen, gehören die Stiftung der Volksbank an der Niers und die Familie Bösken-Diebels. Auch der Kreis Kleve fördert den Kalender.

Der Geldrische Heimatkalender ist ab sofort für neun Euro im Handel erhältlich.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Moers: Heimatkalender zeigt altes Rheurdt


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.