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Moers
Herr der Bienen

Moers: Herr der Bienen
Auf dem Gasthofhof Hufen hat Weißbacher derzeit nur sechs Bienenvölker - die restlichen hat er bereits verteilt: auf Rapsfelder, in Wäldern und an Obstbaumplantagen. FOTO: Christoph Reichwein
Moers. Der Repelener Stefan Weißbacher ist Gastronom, Koch, Gänsezüchter und Imker. Von Anna-Lina Heimrath

Ganze 140 Bienenvölker kann Stefan Weißbacher mittlerweile sein Eigen nennen. Damit hat er sich als Wanderimker seinen Lebenstraum verwirklicht. Das ganze Jahr über kümmert er sich neben seiner Arbeit als Gastronom, Koch und Gänsezüchter um die fleißigen Insekten. Und besonders jetzt im Frühling hat er viel zu tun.

Heute Morgen stand Stefan Weißbacher noch mitten im Wald in Weeze und hat dort ganze zwanzig Bienenvölker ausgesetzt. Mittlerweile ist er wieder am Gasthof Hufen in Repelen angekommen, den er zusammen mit seiner Frau Ursula Hufen-Weißbacher betreibt. Hier kümmert er sich um seine verbliebenen Bienenvölker, die hinter dem Haus im Garten stehen. Die restlichen Völker hat er bereits umgesiedelt.

Denn Weißbacher ist Wanderimker und Besitzer von fast sieben Millionen Bienen. Im Gegensatz zu vielen anderen Imkern hat er seine Bienenvölker am gesamten Niederrhein bis hin zum Landschaftsschutzgebiet der Maasduinen in den Niederlanden verteilt. Dafür muss er zum Teil einige Strecken zurücklegen, um sich um seine fleißigen Völker zu kümmern. "Momentan kümmere ich mich vierzig Stunden die Woche um die Bienen, und auch am Wochenende muss ich arbeiten", erzählt er. Denn mit dem Frühling begann auch die Blütezeit der Obstbäume, und in dieser Zeit fangen die Bienen wieder an, einen Überschuss an Nektar zu produzieren.

Den kann der Imker dann mit gutem Gewissen den Bienen abnehmen und zu Honig verarbeiten. Doch die viele Arbeit lohnt sich für den Imker. Mehrere Tonnen Honig produziert er im Jahr mit seinen Bienen. Und neben regulären Honigsorten kann Weißbacher auch außergewöhnliche Sorten auf seinem Hof zum Verkauf anbieten. Ob Edelkastanienhonig, Spargelhonig oder Eichenhonig - Weißbacher lässt keine Blütezeit aus. "Mein Lieblingshonig bleibt aber der Heidehonig, der aus den Maasduinen kommt", erzählt er.

Der sei besonders aromatisch und habe ein malziges Aroma. Auf dem Gasthofhof Hufen hat Weißbacher momentan nur sechs Bienenvölker - die restlichen hat er bereits verteilt. Auf Rapsfelder, in Wäldern und an Obstbaumplantagen, nur nicht in der Stadt. "Das Imkern in der Stadt ist momentan zur Mode geworden. Viele fangen an, auf Garagendächern Bienenvölker anzusiedeln. Mir gefällt es auf dem Land trotzdem besser", sagt Weißbacher.

Zudem haben seine Bienen auf dem Land eine große Auswahl an blühenden Bäumen, die man nicht immer in der Stadt finden kann. "Ich bringe die Bienen dahin, wo Nektar zu finden ist. Als Nächstes fängt der Ahorn und dann die Akazie an zu blühen", erzählt er.

Doch wie die meisten Imker plagt auch ihn eine Sorge: die Varroamilbe. "Betroffen sind wir alle davon. Man muss daher konsequent gegen die Milbe behandeln", erklärt er. Ansonsten würden die Bienenvölker im Winter aussterben. Im Sommer wird er daher, wenn die Bienen ihre Brutpause machen, gegen die Milbe vorgehen müssen. Denn der Parasit saugt sich auch an den Eiern der Bienen fest. "Das kann dazu führen, dass die Bienen mit körperlichen Einschränkungen zur Welt kommen", erzählt Weißbacher. Doch bis jetzt haben er und seine Bienen Glück gehabt.

Quelle: RP
 
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