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Moers
Herzensangelegenheiten: Dem Infarkt davonlaufen

Moers. Bei der dritten Runde der Veranstaltungsreihe erklären Experten, wie Gesundheit durch Sport gesteigert werden kann. Von Gabi Harpers

Mehr als 300 Gäste hat Hans Nühlen, Inhaber des gleichnamigen Autohauses und Mitglied des Stiftungsrates des Krankenhauses Bethanien, zum "Herzensangelegenheiten"-Infoabend in seinem Showroom in Moers begrüßt. Gemeinsam mit dem Chefarzt der Kardiologie des Krankenhauses Bethanien Prof. Stefan Möhlenkamp und Christoph Rudolph, Leiter Rettungsdienst der Moerser Feuerwehr, hatte Nühlen den dritten Teil der Veranstaltungsreihe unter das Motto "Dem Infarkt davonlaufen - Sport und Gesundheit" gestellt.

Der international anerkannte Kardiologe und Sportmediziner Prof. Dr. med. Herbert Löllgen aus Remscheid referierte zum Thema "Sport und Gesundheit - nicht nur gut fürs Herz". Er wies darauf hin, dass mehr als 59 Prozent aller Bundesbürger keine oder zu selten Bewegung haben. "Hingegen gilt es als erwiesen, dass gesundheitsbewusste Lebensführung zu 50 Prozent zur Gesundheit beiträgt", so Löllgen weiter. "Dazu zählen körperliche Aktivität, gesunde Ernährung und ein normales Gewicht." Regelmäßiges Training verbessere nicht nur die Muskelfunktion sondern habe vielfältige positive Wirkungen auf alle Organe oder den Verlauf oder das Ausbrechen von Erkrankungen wie Herzkrankheiten, Bluthochdruck, Diabetes mellitus, Brustkrebs oder Dickdarmkrebs. Sein Fazit: "Bewegen Sie sich! Wer eine sitzende Tätigkeit ausübt, sollte alle 30 Minuten aufstehen. Etwa 150 Minuten pro Woche moderates Ausdauertraining, verteilt auf drei Einheiten plus zweimal wöchentliches Krafttraining verbessern ihre Gesundheit und können ihr Leben verlängern."

Stefan Möhlenkamp verwies in seinen Ausführungen zum Thema "Herzinfarkt-Risiko von Marathonläufern - gibt es ein Zuviel des Guten?" darauf, dass intensive körperliche Aktivität zwar das Kurzzeit-Risiko für den plötzlichen Herztod erhöhe, gleichzeitig aber die regelmäßige körperliche Aktivität vor dem Herztod schütze. "Laufen ist gesund bei moderater bis mittlerer Aktivität", so Möhlenkamp. "Übermäßige Belastung ist auf Dauer schädlich. Immer mehr Menschen laufen. Marathon ist inzwischen Volkssport." Um so wichtiger sei es, betonte der Mediziner, sich untersuchen zu lassen: "Wer älter ist oder sich länger nicht sportlich betätigt hat, sollte seinen Blutdruck, seine Cholesterin- und Blutzucker-Werte überprüfen lassen und ein EKG machen lassen. Dann kann er loslegen." Die Atmung sie ein gutes Maß, die eigene Fitness richtig einschätzen zu können, erläuterte Möhlenkamp. "Unterhalten sie sich während des Laufs. Wer in ganzen Sätzen sprechen kann, belastet sich richtig", sagte er weiter.

Jeder Gast hatte auch an diesem dritten "Herzangelegenheiten"-Abend wieder Gelegenheit, sich über erste Handgriffe und Hilfsmaßnahmen am Unfallort zu informieren und an Puppen Beatmung und Herzdruckmassage unter Anleitung von Notärzten und Rettungssanitätern der Moerser Feuerwehr zu lernen und einzuüben. Christoph Rudolph: "Pro Jahr fährt der Rettungsdienst der Feuerwehr 12.000 bis 13.000 Einsätze in Moers und Neukirchen-Vluyn. Das Zeitfenster zwischen dem Notruf und unserem Eintreffen am Einsatzort beträgt etwa acht Minuten. Jede Sekunde Hilfe kann Leben retten. Wichtig ist, dass jeder Bürger weiß, was zu tun ist. Es ist falsch, Nichts zu tun! Helfen Sie, die Minuten zu überbrücken, bis die Rettungssanitäter eintreffen."

Quelle: RP
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