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Moers
Hier leuchten bald 25.000 Lichter

Moers. Leon Scheepers investiert viel Zeit, Geld und Herzblut, um sein Wohnhaus alljährlich ins "Moerser Weihnachtshaus" zu verwandeln. Seit September baut er an einer Beleuchtung, mit der er seinen Lichter-Rekord vom Vorjahr übertreffen will. Von Josef Pogorzalek

Nach Weihnachten ist vor Weihnachten, und bei Leon Scheepers ganz besonders. Bis März war er damit beschäftigt, die Weihnachtsbeleuchtung und den Weihnachtsschmuck am Haus und im Garten zu entfernen. Und seit September ist er dabei, den neuen Schmuck anzubringen. Dazwischen hat er manche Stunde in seiner Keller-Werkstatt verbracht, friemelte an Lichterketten, entwarf und bastelte eigenen Lichterschmuck. Ein XXL-Lutscher mit Beleuchtung zählt zu den neuesten Kreationen des 20-jährigen Meerbeckers, der alljährlich das Haus, in dem er zusammen mit seinen Eltern lebt, ins "Moerser Weihnachtshaus" verwandelt.

Jedes Jahr treibt er die Sache in neue Rekordhöhen. "Vor vier Jahren hatte ich 8000 Lichter, letztes Jahr waren es 21.000, in diesem Jahr werden es 25.000 sein." Pünktlich zum ersten Advent soll die Glühbirnchen-Armada, inklusive einer mit 900 LEDs bestückten Sternschnuppe, verkabelt sein und erstrahlen. "Wir verbauen zehn Kilometer Kabel, 800 Meter Lichterschlauch, 1500 Meter Lichterketten und 54 Leuchtfiguren." Ohne Hilfe kommt er nicht aus: Dachdecker Guido Krothofer bringt die Beleuchtung auf dem Hausdach an. "Ich darf da nicht hoch."

Scheepers hat eine separate Stromleitung in den Garten legen lassen, wo drei Steckdosen mit Schaltzeituhren und Sensoren versehen sind. "Ich kann die Auslastung pro Steckdose am Computer sehen." Bei zu großer Belastung schalte sich das System automatisch aus. Und der Stromverbrauch? Dazu nur dies: Derzeit schaut sich Scheepers nach einem neuen, günstigeren Versorger um.

Rehe, Vögelchen, Schaukelpferde und Schneemänner bevölkern Scheepers' Garten. Rund um einen bunten Tannenbaum dreht eine Modelleisenbahn ihre Runden. Im Fenster des Gartenschuppens stehen Josef und Maria an der Krippe. Zwei in die Form alter Laternen gebogene Lichtschläuche flankieren den Zugang zum Garten. Besonders stolz ist Scheepers auf eine neue Errungenschaft: Einen Weihnachtsmann in einem Rentier-Schlitten. Der Meerbecker hat die Figur per Internet in den USA bestellt. "Den wollte ich unbedingt haben." Sein Hobby lässt er sich was kosten. Im Laufe des Jahres habe er knapp 1000 Euro ausgegeben. "Ich bin ein bisschen verrückt."

Begonnen hat das Ganze vor 14 Jahren, als Leon Scheepers das Wohnhaus an der Moselstraße 12 m erstmals zusammen mit seinem Vater schmückte - ganz normal, wie es andere Familie auch tun. "2014 hab ich dann hinten komplett übernommen." Hinten, das heißt auf der rückwärtigen Seite des Hauses. Vorne, zur Straße hin, bleibt es jetzt kahl. "Da wird alles kaputt gemacht."

Als Betreiber eines "Weihnachtshauses" pflegt Scheepers den Austausch mit Gleichgesinnten. Es gebe Whatsapp- und Facebook-Gruppen, und im Mai immer ein Treffen in Köln, bei dem neue Produkte vorgestellt werden. Man müsse keinem Verein beitreten und keine Beiträge zahlen. "Aber Interesse daran haben." Und über eine gewisse Anzahl an Lichtern verfügen. "So 600 bis 8000 mindestens."

Scheepers freut sich, wenn Besucher seine Freude am Weihnachtshaus mit ihm teilen. Es ist über ein beleuchtetes Tor am Nachbarhaus (dort wohnt seine Oma) zu erreichen. Ein Getränkehandel spendiert Glühwein für die Gäste, ein anderer Sponsor liefert Schoko-Nikoläuse. Und Scheepers erklärt bereitwillig sein leuchtendes Reich. Wer will, darf eine Spardose füttern. Aber der Eintritt ist frei. "Ich mach das mit Liebe." Und die ist nicht mit Geld aufzuwiegen.

www.moerserweihnachtshaus.de

Quelle: RP
 
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