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Moers
Hier wird noch selbst komponiert

Moers. Der Songwriter-Abend im Bollwerk war eine Abwechslung zum Pop-Einerlei. Von Petra Riederer-Sitte

Es mag noch so angesagt sein, Singer/Songwriter auf eine Bühne zu stellen - ein Garant für ein volles Haus ist das trotzdem nicht. Nicht einmal, wenn es sich um begabte Künstler wie Chamäleon, tigeryouth, Drawing Circles und Matze Rossi handelt, die unter dem Titel "Stay close to your soul" im Bollwerk zeigten, was die deutsche Musikszene fernab von "DSDS" zu bieten hat.

Da half es auch wenig, die Anfangszeit hinauszuzögern, die Zuhörerschar blieb überschaubar. Doch die Laune ließen sich die Künstler nicht verderben. "Hamwas?" Knappe Frage, lapidare Antwort: "Hamwas!" Und dann konnte "der Abend mit ganz hervorragenden Künstlern", wie Hans Lietz von Chamäleon es formulierte, endlich losgehen. Das Moerser Trio ist bekannt für seine Experimentierfreudigkeit, sein kreatives Instrumentalspiel und seine packenden Songs. Im Bollwerk waren Hannah Wiese, Christopher Schmidt und Hans Lietz mit Gitarren, Stomp-Box und fetziger Gute-Laune-Musik zu erleben. "Livin' in my world" und "She's a lady", "Balabambam" zwischen Rauchschwaden, alles locker und spontan. Zum Abschluss gab es "Memories" und die Versicherung "Wir hatten viel Spaß!" Und weil das musikalische Reptil gerade sein erstes Album aufgenommen hat, wurde noch Werbung gemacht für das Release-Konzert am 20. Januar im Jugendzentrum Tempel in Rheinhausen und für die neuen T-Shirts mit lustigem Chamäleon-Motiv.

Beim Thema Shirts konnte tigeryouth mithalten: Der Magdeburger hatte "Soli-Shirts" für "Start with a friend" mitgebracht - und natürlich seine Songs. Musik für Herz und Verstand, die von Selbstmitleid erzählt und von Angst, von gut gemeinten Ratschlägen, die einen schwindelig machen, von alten Wunden, die wieder aufgehen und vom Sommer, der in den letzten Zügen liegt. Zwischendurch gönnte der Sänger mit der Reibeisenstimme sich einen Schluck Rotwein. "Aus der Flasche, so muss es sein", kam ein anerkennender Kommentar aus der Zuhörerschar, die nicht mehr so klein war wie am Anfang, so dass die Ambient-Echo-Sounds von Drawing Circles mit ihrem fantastischen Sänger Vincent Alex sowie Matze Rossi ein Publikum hatten, das sich begeistern ließ, "nah an der Seele", wie es der Titel des Abends versprochen hatte.

Quelle: RP
 
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