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Neukirchen Vluyn
Hilfe bei der Beerenlese

Neukirchen Vluyn. Der Bosnienbeauftragte der Caritas, Heribert Hölz aus Neukirchen-Vluyn und seine Frau Ursula, stellen wieder 5000 Gläser Marmelade und Gelee für den guten Zweck her. Doch das geht nicht ohne die vielen freiwilligen Helfer. Von Marita Jüngst

Die Schwarzen in den Eimer, die Grünen in den Abfall. Auf der Terrasse der Familie Hölz wird derzeit genauestens sortiert, und zwar die Holunderbeeren. Denn nur die reifen Früchte kann Ursula Hölz für ihre Marmeladenproduktion gebrauchen. Und da die Beeren besonders klein, die Ernte aber mit insgesamt vier Zentnern groß ist, sitzen die Hausherrin sowie Hildegard Poelsma und Helene Zimmermann schon mal acht bis neun Stunden bei der freiwilligen Handarbeit.

Diese ehrenamtlichen Helfer sind es, die die Bosnienhilfe des Caritasverbandes Duisburg mit am Leben halten. Und auf diese Freiwilligen kann sich der Bosnienbeauftragte Heribert Hölz aus Neukirchen-Vluyn stets verlassen und selbstverständlich auch auf seine Frau Ursula, die stets von Mitte Juni bis in den späten Herbst hinein täglich die heimische Marmeladenproduktion am Laufen hält.

17 000 Euro müssen her

Aus dem Verkauf der Gläser nämlich finanziert Hölz – quasi privat – eine Suppenküche in Sarajevo. 17 000 Euro benötigt er und die sollen wieder einmal durch den Verkauf der Marmeladen und Gelees in die Kasse kommen. „Dazu muss ich alle 5000 Gläser auch wirklich verkaufen“, sagt Heribert Hölz.

Derzeit sind 3857 Gläser gefüllt, zugeschraubt, mit kleinen unifarben Stoffdecken und Etiketten verziert, auf denen der Inhalt in säuberlichen Buchstaben geschrieben steht. „Dafür braucht man viele Helfer“, sagt Hölz. Kein Wunder, denn bevor überhaupt das erste Glas Marmelade hergestellt werden kann, müssen 25 Zentner Gelierzucker besorgt, 5000 Gläser gespült und von alten Etiketten befreit werden. Dann heißt es Früchte pflücken, entsaften und zu Marmelade oder Gelee verarbeiten. Und dann werden auch wieder die fleißigen Frauen und Männer benötigt, die die Stoffdeckchen für die 5000 Deckel kreisrund ausschneiden und per Hand beschriften. Zwischenzeitlich werden Vorräte vom Lager in Buchholz zu Familie Hölz und wieder zurück transportiert.

Während der Hauptproduktionszeit sitzen täglich – außer sonntags – zwischen zehn und zwölf Frauen bei Familie Hölz auf der Terrasse, um die Früchte zu verarbeiten, manchmal mit großem Kraftaufwand wie jetzt bei den steinharten Quitten, die zerkleinert werden müssen. Ursula Hölz hat derweil von morgens bis abends zwei Entsafter in Betrieb. Ein durchaus kostspieliges Vergnügen. „Das bringt pro Jahr rund 1000 Euro zusätzliche Stromkosten“, hat Heribert Hölz von seiner Frau erfahren. Doch für Familie Hölz und die rund 20 freiwilligen Helfer zählt am Ende nur, dass das Geld für die Suppenküche zusammenkommt.

Quelle: RP
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