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Moers
Hilfe für Menschen mit Depressionen

Moers: Hilfe für Menschen mit Depressionen
Gruppenleiterin Gabriele Klein (Mitte) mit ihren Kolleginnen Ines Leuchtenberg (links) und Claudia Kohler. FOTO: Klaus Dieker
Moers. Eine Gruppe trifft sich regelmäßig in Moers. "Bündnis gegen Depression" zieht positive Zwischenbilanz. Von Jutta Langhoff

Rund vier Millionen erwachsene Menschen leben in Deutschland mit einer Depression. Doch das ist nur die bekannte Anzahl, denn noch allzu oft werden die Symptome dieser inzwischen nach Herzinfarkt, Schlaganfall und Krebserkrankungen vierthäufigsten deutschen Volkskrankheit entweder nur mangelhaft oder gar nicht erkannt.

Um das zu ändern und die von Depression betroffenen Bürger und Bürgerinnen im Kreis Wesel zu unterstützen, wurde dort 2012 ein aus Medizinern, Psychotherapeuten, Seelsorgern und Mitgliedern diverser sozialer Berufe bestehendes sogenanntes Bündnis gegen Depression gegründet. Eine der im Rahmen dieses Bündnisses entstandenen Initiativen ist die Gründung von drei in Dinslaken, Wesel und Moers beheimateten Erfahrungsgruppen für Erkrankte, deren Depression zwar bereits erkannt wurde, die aber noch auf eine entsprechende Behandlung warten müssen. Die erste der drei Gruppen trifft sich bereits seit Ende März alle 14 Tage mittwochs zwischen 17.30 und 19.30 Uhr im Moerser Sozialpsychiatrischen Zentrum des Caritasverbandes Moers-Xanten an der Haagstraße 26.

"Wir sind weder eine Selbsthilfegruppe noch ein Therapieersatz", erklärte die für die Gruppenleitung zuständige Sozialpädagogin Gabriele Klein das Anliegen des insgesamt zehn Doppelstunden umfassenden Gesprächsangebots. "Unser Anliegen besteht eher darin, die Teilnehmer möglichst umfangreich über ihre Krankheit und deren unterschiedliche Erscheinungsformen zu informieren und sie bei der Suche nach einer für sie passenden Hilfe zu unterstützen. Darüber hinaus geht es bei den Gruppentreffen aber auch um den Erfahrungsaustausch zwischen den Gruppenmitgliedern selber."

Nach Einschätzung von Gabriele Klein sind die bis jetzt acht Treffen der Moerser Erfahrungsgruppe schon jetzt "recht erfolgreich": "Einige der Teilnehmer haben sich inzwischen selber um eine Behandlungsmöglichkeit bemüht, was angesichts ihrer oft alle Initiativen lähmenden Krankheit eine echte Leistung ist. Parallel dazu wurden die natürlich vertraulich verschlüsselten Handlungsfortschritte der Moerser Gruppenmitglieder mit ihrer Zustimmung von einer achtköpfigen Studentengruppe der Hochschule Rhein-Waal anhand von anonymen Fragebogen begleitet.

Die ausgewerteten Ergebnisse dazu werden voraussichtlich im kommenden Wintersemester vorliegen. Bis dahin wird es in Moers, voraussichtlich schon eine weitere Erfahrungsgruppe zum Thema "Depression" geben. Daran teilnehmen können alle, bei denen der Haus- oder Facharzt eine leichte bis mittelschwere depressive Episode festgestellt hat, und die bereit sind, sich darüber an insgesamt zehn zweistündigen Terminen mit anderen Betroffenen auszutauschen. Die Teilnahme ist kostenlos, erfordert aber ein vorheriges Gespräch mit der zuständigen Gruppenleiterin Gabriele Klein.

Kontakt: Gabriele Klein, Caritasverband Moers-Xanten, Sozialpsychiatrisches Zentrum, Haagstraße 26, Moers. Telefon: 02841 901040, E-Mail: kbs@caritas-moers-xanten.de

Quelle: RP
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