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Moers
Hundebesitzer ruft zu Protest im Rat auf

Moers: Hundebesitzer ruft zu Protest im Rat auf
Heute zusammen im Ratssaal vertreten: Hundebesitzer Sven Wilmschen mit seiner Sheltie-Hündin Tahima. Vorsichtshalber hat Wilmschen sich bereits im Moerser Rathaus erkundigt, ob die Hausordnung eine derartige Demonstration zulasse. FOTO: Klaus Dieker
Moers. Der Hülsdonker Sven Wilmschen (55) ärgert sich über die geplante Erhöhung der Hundesteuer in Moers. Er will mit seiner Sheltie-Hündin Tahima an der heutigen Ratssitzung teilnehmen und appelliert auch an andere Halter. Von Jürgen Stock

Ein Ratssaal voll mit Hunden und deren Besitzern - das ist der Traum von Sven Wilmschen. Der Halter der zehnjährigen Sheltie-Hündin Tahima ist jedenfalls fest entschlossen, samt Vierbeiner heute im Moerser Ratssaal auf den Zuhörersitzen Platz zu nehmen. Zudem hat er bereits im Internet alle Moerser Hundebesitzer aufgerufen, es ihm gleichzutun - und so gegen die Erhöhung der Hundesteuer zu protestieren.

Zehn Euro mehr müssen Hundebesitzer pro Hund ab dem nächsten Jahr mehr an Steuer bezahlen. Diese Erhöhung hat der Rat bereits am vergangenen Mittwoch beschlossen. Doch Rechtskraft erhält der Beschluss erst mit der Verabschiedung des Haushalts am 29. November. Und deshalb, so der 55-jährige Wilmschen, sollten alle Hundebesitzer die Gelegenheit nutzen, ihrem (vermuteten) Unmut Luft zu machen.

Das Bündnis für Moers, das die Eröhung vorgeschlagen hatte, erhofft sich durch die Hundesteuererhöhung und durch die Anmeldung neuer Hunde im kommenden Jahr Mehreinnahmen in Höhe von 90 000 Euro. Mit dem Geld sollen unter anderem fünf Bürgerservicestellen in Sparkassen-Filialen finanziert werden, damit nicht so mobile Bürger dort ihre Verwaltungsgeschäfte erledigen können.

Mit der Erhöhung müssen Moerser künftig pro Hund und Jahr 120 Euro zahlen. Das ist deutlich mehr als in Kamp-Lintfort (78 Euro), Rheinberg (80) oder Krefeld (101,20).

Natürlich ist auch Wilmschen klar, dass die Erhöhung keinen Hundebesitzer in die Armut stürzen wird. Ihm geht es ums Prinzip: "Mit den Mehreinnahmen sollen ja allgemeine Löcher im Haushalt gestopft werden. Ich sehe nicht ein, warum dafür Hundebesitzer zur Kasse gebeten werden. Das ist doch Sache der Allgemeinheit."

Rein rechtlich, das weiß auch Wilmschen, ist gegen die beschlossene Steuererhöhung nichts einzuwenden. Trotzdem empfindet er Hundesteuer grundsätzlich als ungerecht: "Die sollte auf null gesetzt werden." Deshalb hofft er, dass möglichst viele Hundehalter seinem Beispiel folgen werden und am kommenden Dienstag um 16 Uhr samt vierbeinigem Anhang die Ratssitzung besuchen werden.

Vorsichtshalber hat Wilmschen sich bereits im Moerser Rathaus erkundigt, ob die Hausordnung eine derartige Demonstration zulasse. Die Antwort der Stadtverwaltung: Da Hunde auch bei einem Amtsbesuch mitgebracht werden dürfen, spräche nichts dagegen, die Tiere auch in den Ratssaal mitzunehmen. Allerdings müssten auch die Fiffis sich an die Regel halten, dass alle Zuhörer von Beifalls oder Missfallenskundgebungen Abstand zu nehmen haben. Ein Ordnungsruf des Bürgermeisters dürfte Sheltie-Hündin Tahima indes wenig beeindrucken: Die, so Wilmschen, sei nämlich stocktaub.

Quelle: RP
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