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Bill Mockrdige
"Ich bin ein Star zum Anfassen"

Bill Mockrdige: "Ich bin ein Star zum Anfassen"
Bill Mockridge kennt man aus der Lindenstraße. Nach Moers kommt er am 12. November als Kabarettist. Eintritt: 19 Euro VVK, 24 Euro Abendkasse. FOTO: Breuer
Moers. Moers Bekannt wurde Bill Mockridge durch die Lindenstraße. Der kanadisch-britische Schauspieler verkörperte in der Serie die Figur des Erich Schiller, der 2015 seinen Serientod fand. Aber nicht erst seitdem, sondern seit 1997 steht Mockridge als Comedian auf der Bühne. Momentan tourt er mit seiner neuen Show "Alles frisch?! - Lachen macht sexy" durch Deutschland und legt auch einen Stop in Moers ein. Und zwar am 12. November um 20 Uhr im Bollwerk 107.

Worum geht es in Ihrer neuen Show?

Bill Mockridge Es geht um einen Mann, nämlich um mich, der merkt, dass er älter wird und mündet darin, was man alles machen kann, um auch noch jenseits der 50 frisch im Kopf zu bleiben. Also eine Show, die gleichzeitig auch ein Ratgeber ist.

Was kann man denn alles tun, um fitt zu bleiben?

Mockridge Ich selber versuche jeden Tag, die fünf L´ s zu absolvieren: zu laufen, zu laben, also gut zu essen, meine Familie zu lieben, zu lernen und lachen. Ich erzähle in der Show auch von meinen Erfahrungen, die ich in einem Fitnesscenter gemacht habe und beim Nacktyoga. Bei beidem bin ich gescheitert.

Woran haben Sie gemerkt, dass Sie älter werden?

Mockridge Als ich zum Beispiel meine Frau anrufen wollte, zum Telefon griff, ihre Nummer wählte und dann merkte, dass das gar nicht das Telefon war, das ich in der Hand hatte, sondern die Fernbedienung vom Fernseher.

Ihre Show basiert ja auf Ihrem Buch "In alter Frische - ein grauer Star packt´s an", das 2015 erschienen ist. Gab es einen Grund, warum Sie sich dem The ma Altern gewidmet haben?

Mockridge Mein Arzt meinte, ich müsse 15 Kilo abnehmen und das bin ich angegangen und berichte im Buch und in der Show darüber, was ich in diesem einen Jahr erlebt habe.

In Ihrem ersten Buch "Je oller, je doller: So vergreisen Sie richtig" ging es im Gegensatz zu Ihrem neuen Projekt um das Seniorenleben.

Mockridge Da hatte ich noch eine andere Einstellung. Da dachte ich: Man muss das Leben genießen, man kann es eh nicht ändern. Jetzt denke ich anders. Viele glauben, man kann ab 60 nichts mehr ändern, aber das stimmt nicht. Man kann sich verändern und sich wieder jung fühlen. Ich fühle mich jung.

Das Thema, das Sie auf die Bühne bringen, ist ziemlich persönlich.

Mockridge Ich finde, Comedy ist heute nur wichtig und relevant, wenn dabei Sachen aus dem eigenen Leben erzählt werden. Die Zeit, in der man Figuren für die Comedybühne erfindet, ist vorbei.

Ihre Kinder sind auch alle in kreativen Bereichen tätig. Ihr Sohn Luke ist auch Comedian wie Sie. Freut Sie das, dass die Söhne kreativ sind?

Mockridge Natürlich, aber ich habe immer zu ihnen gesagt, dass sie das machen sollen, was sie machen wollen. Mein Vater wollte nicht, dass ich Schauspieler werde. Ich bin dann mit 15 Jahren von zuhause abgehauen, weil ich unbedingt Schauspieler werden musste. Ich finde es aber gut, dass es unter meinen Kindern nur einen Comedian gibt - dann gibt es keine Konkurrenz zwischen ihnen.

Wie sind Sie dann Schauspieler geworden?

Mockridge Nachdem ich von zuhause abgehauen bin, habe ich ein Jahr auf der Straße gelebt. Aber dann war mir klar: Das kann es nicht sein. Meine Mutter hat dann ein Vorsprechen bei einer Theaterschule organisiert, natürlich hat sie das vor meinem Vater verheimlicht. Da wurde ich dann aufgenommen und habe zwei Jahre in Kanada diese Schule besucht. Mit einem Stipendium bin ich dann nach Deutschland gekommen und habe gemerkt, dass ich die deutsche Theaterlandschaft sehr mag.

Was genau?

Mockridge Dass das ganze Jahr durchgearbeitet wird und die Schauspieler fest angestellt sind.

Wie sind Sie dann zur Lindenstraße gekommen?

Mockridge Ich habe mich da beworben. Mit der Darstellerin der Mutter Beimer, Marie-Luise Marjan, habe ich mich sofort gut verstanden. Sie meinte, den Schauspieler, der ihren Lover spielt, muss sie mögen, schließlich muss sie ihn küssen.

Wie sind Sie dann mit Comedy in Kontakt gekommen?

Mockridge Vor 35 Jahren habe ich das Improvisationstheater "Springmaus" in Bonn gegründet. Da habe ich mich viel mit Improvisation und Comedy auseinandergesetzt. "Alles frisch?! - Lachen macht sexy" ist jetzt meine siebte Comedyshow.

Was mögen Sie daran, auf der Bühne zu stehen?

Mockridge Ich liebe die Möglichkeit, vor dem Publikum auftreten zu können. Im Fernsehen ist das anders, da hat man kein Publikum, das da ist. Wenn ich auf der Bühne stehe, kann ich direkt erleben, wie das Publikum meine Show findet. Das gefällt mir. Ich rede auch gerne mit den Leuten nach dem Auftritt. Ich bin also ein Star zum Anfassen.

Haben Sie schon ein neues Buch oder eine neue Comedyshow in Planung?

Mockridge Mit meiner Frau schreibe ich gerade ein Buch. "Hurra, wir lieben noch" heißt es. Dazu wird es ab September 2017 auch ein Bühnenprogramm geben.

Waren Sie schon einmal in Moers?

Mockrdige Nein, da bin ich am 12. November zum ersten Mal. Aber ich bin schon ganz gespannt auf das Publikum und das Bollwerk 107.

Elena Erbrich führte das Interview

Quelle: RP
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