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Serie "krankenhaus Bethanien - Die Gesundmacher" Folge 2: Darmzentrum
"Ich bin hier besser aufgehoben als in einer Uniklinik"

Moers. Die Moerserin Beate Wöllner führte ihr Unwohlsein zunächst auf einen Treppensturz zurück. Doch dann erhielt sie die Diagnose Darmkrebs. Die Spezialisten vom Darmzentrum im Krankenhaus Bethanien trafen eine schnelle Entscheidung und retteten ihr damit das Leben. Von Markus Plüm

MOERS Als Renate Wöllner sich im Juni ins Krankenhaus Bethanien begibt, ahnt sie noch nichts von den Herausforderungen, die ihr in den kommenden Wochen bevorstehen sollen. "Ich spürte ein allgemeines Unwohlsein und schob das auf einen Treppensturz, den ich einige Tage zuvor erlitten hatte", berichtet die 66-jährige Moerserin. Doch nachdem sie daheim plötzlich auch Blut im Stuhl feststellt, sucht sie dann doch die Hilfe der Ärzte.

Im Darmzentrum des Krankenhaus Bethanien wird sie genauer unter die Lupe genommen. Diagnose: Darmkrebs. "Bei Frau Wöllner diagnostizierten wir nach eingehenden Untersuchungen eine Mastdarmgeschwulst, die bereits über das Organ hinaus gewachsen war und zu einer Vereiterung im Bauchraum geführt hatte", erläutert Dr. Hans-Reiner Zachert. Der Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie sowie Leiter des Darmzentrums stellt den Fall seinen Kollegen vor - und gemeinsam kommt man schnell zu einer Entscheidung: schnelle Operation, denn bei Renate Wöllner sei der Krebs bereits weiter als üblich fortgeschritten.

"Glücklicherweise sind die strukturellen Gegebenheiten am Krankenhaus so, dass hier ein Rädchen ins andere greifen kann und die notwendigen Schritte zügig eingeleitet werden können", weiß auch Professor Ralf Kubitz. Der Chefarzt der Gastroenterologischen Klinik rät allen Menschen, die regelmäßigen Darmkrebs-Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch zu nehmen, deren Kosten die Krankenkassen ab dem 50. Lebensalter übernehmen. "Bei Darmkrebs treten nur in den wenigsten Fällen Schmerzen auf, sehr lange gibt es keine sichtbaren Symptome." Daher berichteten die meisten Patienten dann auch eher von Unwohlsein, Müdigkeit oder Gewichtsverlust. "Auch diese Anzeichen sollte man ernst nehmen, aber alle Alarmglocken müssen dann schrillen, wenn es zu Blut im Stuhl kommt", sagt Kubitz.

So wie bei Renate Wöllner. Ihr konnte glücklicherweise geholfen werden, "auch wenn bei der Operation einiges aus mir herausgeräumt werden musste", wie die 66-Jährige es salopp ausdrückt. Dieser Schritt sei zwingend notwendig gewesen, sagt Oberärztin Susanne Döhrmann-Sohr: "Um eine Heilungschance gewährleisten zu können, muss der gesamte Krebs entfernt werden." Die ärztliche Koordinatorin des Darmzentrums weiß zudem, dass die Patientin gute Chancen hat, die Krankheit zu besiegen. "Bei Darmkrebs spricht man aber erst dann von Heilung, wenn fünf Jahre nach der Operation kein weiterer Befund mehr vorliegt."

Aus diesem Grund erhält Wöllner nun auch eine breit angelegte Tumornachsorge. "Alle zwei Wochen steht eine Chemotherapie an und ich habe insgesamt 31 Bestrahlungen." Die ersten Sitzungen hat sie bereits gehabt. "Manchmal bin ich ein wenig müde und habe Taubheitsgefühle in den Fingerspitzen, aber ansonsten vertrage ich die Therapie ganz gut", sagt die agile 66-Jährige. Derartige Rückmeldungen erhalte sie von vielen Patienten, berichtet Dr. Susanne Döhrmann-Sohr: "Die meisten sagen, dass sie die Chemo eigentlich gut vertragen. Das ist der Fall, weil die Therapie ganz speziell auf das betroffene Organ zugeschnitten ist."

Für Renate Wöllner war es ein Glücksfall, dass sie mit ihrer Krankheit bei den Spezialisten des Bethanien landete. "Mein Mann ist selber Arzt, und ich habe mich vorher natürlich auch umgehört. Alle haben mir gesagt, dass ich hier besser aufgehoben bin als in einer Uniklinik." Ihrer Meinung nach sind sowohl die medizinische als auch die pflegerische Betreuung optimal. "Auch die Ärzte haben auf menschlicher Ebene viel dazu beigetragen, dass ich mich hier gut aufgehoben gefühlt habe und dies auch immer noch tue", sagt sie.

Renate Wöllner ist sich sicher, dass sie bald wieder gesund ist - und das strahlt sie auch mit ihrer ganzen Persönlichkeit aus. "Ich habe meiner Enkelin versprochen, dass ich mit ihr in die Disko gehe, wenn sie 18 wird. Heute ist sie sechs Jahre alt. Natürlich bin ich dabei, wenn es soweit ist", sagt sie.

Quelle: RP
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