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Serie "krankenhaus Bethanien - Die Gesundmacher" Folge 1: Brustzentrum
"Ich bin jetzt viel glücklicher als vorher"

Serie "krankenhaus Bethanien - Die Gesundmacher" Folge 1: Brustzentrum: "Ich bin jetzt viel glücklicher als vorher"
2012 erhielt Daniela Senyildiz (liegend) die Diagnose Brustkrebs. Im Brustzentrum des Krankenhauses Bethanien wurde sie von Chefarzt Dr. Peter Tönnies und der Leitenden Oberärztin Dr. Almut Raabe erfolgreich behandelt. FOTO: Klaus Dieker
Moers. Vor drei Jahren erhielt Daniela Senyildiz die Diagnose Brustkrebs. Aus Vorsicht ließ sie sich im Brustzentrum des Bethanien beide Brüste operieren und die Gebärmutter und Eierstöcke entfernen. Das Ergebnis hat sie selbstbewusst und stark gemacht. Von Markus Plüm

MOERS Wer Daniela Senyildiz zum ersten Mal begegnet, lernt eine hübsche und modische Frau kennen. Ihren blonden Pony hat sie adrett nach hinten gefönt, die Frisur passt zum eleganten Erscheinungsbild der Mittvierzigerin. Vor allem aber begegnet man einer selbstbewussten Frau, deren Leben sich vor drei Jahren plötzlich total verändert hat.

Im Jahr 2012 ertastete die Moerserin eines Tages einen Knoten in ihrer Brust und wurde bei ihrer Gynäkologin vorstellig. "Sie meinte aber, ich solle noch warten, es könne sich auch nur um eine Zyste handeln", sagt die 43-Jährige. Doch als sich nach Ablauf einer Frist immer noch keine Veränderung ergeben hatte, wurde Senyildiz umgehend ins Brustzentrum des Krankenhauses Bethanien überwiesen. Dort wurde sie dann eingehend untersucht: "Die bildgebenden Verfahren haben zunächst eher etwas Gutartiges vermuten lassen", berichtet die Leitende Oberärztin Dr. Almut Raabe. Letztlich hätten die Untersuchungen dann aber die Diagnose Brustkrebs hervorgebracht.

Für Daniela Senyildiz war dies allerdings nur ein kurzer Schock: "Ich habe damals geschluckt und mich natürlich gefragt, wie es weiter geht. Aber ich wollte alles so schnell wie möglich hinter mich bringen." Bereits zwei Tage später erfolgte dann die Operation. "Wir hatten Tumore an mehreren Stellen diagnostiziert. Daher mussten wir die ganze Brustdrüse entfernen und die Brust primär rekonstruieren", erklärt der Chefarzt der Frauenklinik, Dr. Peter Tönnies. Daniela Senyildiz bekam eine Prothese unter ihren Brustmuskel eingesetzt. Doch nicht nur das. Aufgrund weiterer familiärer Fälle von Brustkrebs ließ sie im Kölner "Zentrum für familiären Brust- und Eierstockkrebs", das mit dem Bethanien eng kooperiert, ihre genetische Veranlagung überprüfen.

Dort wurde zwar kein eindeutiger Zusammenhang festgestellt, aber: "Wegen meiner Vorgeschichte habe ich mich entschieden, die andere Brust direkt mitoperieren zu lassen. Darüber hinaus habe ich mir in einer weiteren Operation auch noch die Gebärmutter und die Eierstöcke entfernen lassen", erläutert die Moerserin. Eine mutige Entscheidung. Doch ihrer Aussage nach genau die Richtige: "Auch wenn ich zwischendurch schwere Zeiten zu überstehen hatte. Ich bin jetzt viel glücklicher als vorher. Ich lebe bewusster und bin auch damals offensiv mit meiner Krankheit umgegangen."

Als der Make-up-Artistin während einer Chemotherapie die Haare ausfielen, wollte sie sich nicht verstecken: "Ich bin mit meiner Glatze über die Straße gelaufen, habe mich dazu geschminkt und mir Wimpern angeklebt. Ich wollte, dass man mich so erlebt, wie ich wirklich bin." Ihre Offenheit und ihr Selbstvertrauen hätten aber auch aus ihren Erfahrungen während ihres Aufenthalts im Bethanien gerührt. "Ich habe mich immer wohl gefühlt, hatte auch nie Angst vor einer OP hier im Haus. Das Menschliche spielt hier einfach eine sehr große Rolle." Und auch die OP-Ergebnisse hätten sie weiter gestärkt: "Wenn man mich ohne BH sehen würde, würde man nicht erkennen, dass ich einmal Brustkrebs hatte. Außer wenigen kleineren Narben ist nichts zu sehen", sagt die 43-Jährige.

Für Chefarzt Dr. Peter Tönnies ein Ergebnis, das auch auf die Strukturen am Bethanien zurückzuführen ist: "Im Brustzentrum sind neben der Senologie, also der Lehre von der Brust, auch alle unterstützenden Disziplinen vertreten, um den Patientinnen das gesamte Spektrum anbieten zu können." Und Almut Raabe ergänzt: "Zudem haben wir hier am Haus die Gynäkologie und die Geburtshilfe nicht von der Senologie getrennt. Wir arbeiten uns gegenseitig zu, und das ist ein riesiger Vorteil."

Daniela Senyildiz hat davon profitiert. Und ihre Erfahrungen hat sie auch geteilt. "Ich habe es mir zur Aufgabe gemacht, andere Patientinnen aufzumuntern. Ich weiß ja, wie sie sich fühlen. Mein Ergebnis hat vielen geholfen und sie stärker gemacht."

Quelle: RP
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