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Moers
IGA: Moers will mit Schlosspark punkten

Moers: IGA: Moers will mit Schlosspark punkten
Das Morser Schloss mit Rosarium (links) und dem Musenhof (unten). FOTO: Hans Blossey/Aragon-Verlag
Moers. Die Stadt wird sich für die Internationale Gartenbauausstellung 2027 bewerben. Ein "Haldenpark", wie ihn das Bündnis für Moers im Rat vorgeschlagen hatte, ist allerdings vom Tisch. Stattdessen will die Stadt auf Vorhandenes zugreifen. Von Josef Pogorzalek

Die Stadt Moers will sich an der Internationalen Gartenbauausstellung (IGA) 2027 beteiligen. Ein Steckbrief mit einer Bewerbungsidee soll demnächst an den Auslober, Regionalverband Ruhrgebiet (RVR), rausgehen. Das haben die Ratsfraktionen auf Vorschlag der Verwaltung einstimmig beschlossen. Der "Haldenpark", wie ihn SPD, Grafschafter und die Grünen vorgeschlagen hatten (wir berichteten), ist allerdings vom Tisch. Die Zeit bis zum Ende der Bewerbungsfrist am 28. August sei zu knapp, um die Haldenpark-Idee (für die Gespräche mit benachbarten Kommunen geführt werden müssten) auszuarbeiten und in eine "qualifizierte Bewerbung" zu überführen.

Stattdessen soll sich die Bewerbung in Moers auf "vorhandene Stadt- und Parkstrukturen mit einem hohen Nutzungspotenzial" beziehen, auf die man unmittelbar zugreifen könne: Schlosspark und Wallanlagen, Innenstadt/ Altstadt, Freizeitpark, das Solimare-Areal, eventuell auch der Jungbornpark. Im Mittelpunkt des anvisierten Konzepts steht steht auch nicht die gärtnerische oder landschaftliche Gestaltung der Bereiche. Denn trotz des Namens handle es sich bei der IGA um keine bloße "Blümchenschau", sondern "um innovative Zukunftsideen und um städtebauliche Entwicklungsprojekte, die entsprechend investive Kosten verursachen". Die Grafenstadt wird sich unter zwei Projekttiteln bewerben: "Schmelztiegel Moers" und "Energie von morgen". Die Verwaltung hat eine Reihe von Projekten genannt, die in diesem Rahmen vorangetrieben werden könnten, unter anderem eine Wechselausstellung von Großexponaten auf der Kulturinsel, Interkulturelle Veranstaltungen auf den Wallanlagen, eine Wiederbelebung des Ballonfestivals oder auch ein Lichterfest im Schlosspark.

Bei der IGA 2027 gehe es auch um die Themen "Struktur- und Imagewandel, vom Bergbau mit fossilen Brennstoffen zu innovativen Technologien und regenerativen Energiequellen, zu sichtbaren Wahrzeichen dieses Wandels (Landmarken)". Die Stadt schlägt vor, die Windkraftanlagen der Enni als Pendant zum "Geleucht" auf der Halde Rheinpreußen in Szene zu setzen. Auch der Vinner Wasserturm soll einbezogen werden. Zudem könne eine alte Idee zur Errichtung einer weithin sichtbaren "Landmarke" an der Autobahnkreuzung A40 / A57 wieder aufgegriffen werden. "Im Nebeneffekt könnte diese Landmarke im Sport- und Freizeitbereich Solimare mit möglichen folgenden Funktionen ausgestattet werden: Boulderwand bzw. Kletterfassade, Fassadenlauf, Bungee-Jumping, Aussichtsturm mit Skywalk", so die Fachleute im Rathaus.

Derzeit liegen nach Angaben der Stadt 70 "qualifizierte Bewerbungen" von Kommunen (darunter drei aus dem Kreis Wesel) für die IGA 2027 vor. Moers sei allerdings vom RVR ermuntert worden, einen "Steckbrief" mit seinen Ideen einzureichen. Die Fraktionen im Rat befürworteten das von der Stadt vorgeschlagene Vorgehen.Die CDU allerdings nicht ohne einen Seitenhieb gegen die Sozialdemokraten. "Besser spät als nie", meinte CDU-Fraktionsvorsitzender Ingo Brohl. Schließlich habe Moers es bereits verschlafen, sich für die Landesgartenschau 2020 zu bewerben - von der profitiert nun bekanntlich Kamp-Lintfort.

Quelle: RP
 
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