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Unsere Woche
Immer wieder der Landesbetrieb

Moers. Liebe Mitmoerser, vier renommierte Planungsbüros haben in dieser Woche ihre ersten Ideen für das Quartier Haagstraße in Pläne gegossen und der Öffentlichkeit präsentiert. Herausgekommen sind vier ganz unterschiedliche Modelle. Dabei haben die Architekten Mulleners und Mulleners aus den Niederlanden am extravagantesten gedacht und das Bild eines ganz neuen(Innen-)Stadtteils gezeichnet, der aus insgesamt sieben Höfen mit umgebener Bebauung bestehen soll. Das Büro Machleidt aus Berlin setzt auf "Wohnen auf Zeit", heißt, das ehemalige Hafthaus soll als sogenanntes Boardinghouse mit für mehrere Monate beziehbaren Micro-Apartments geplant werden. Alternativ ist ein Studentenwohnheim angedacht. Das Kaiserlauterner Büro Mess spielt mit dem Gedanken an ein Kreativwirtschaftszentrum im Inneren des Hafthausareals, und Architekt Christoph Mäckler möchte aus dem ehemaligen Moerser Knast ein Erlebnishotel machen. Alle Ideen klingen für sich betrachtet charmant - wenn auch nicht nagelneu. Die entscheidende Frage ist, ob sich Investoren finden, die sich - wohlwissend, dass Moers nicht Köln oder Münster ist - an solche Projekte herantrauen. Eine weitere entscheidende Frage wird sein, wie sich das Land verhält. Aus einem aktuellen Schreiben des Bau- und Liegenschaftsbetriebs geht hervor, dass es vor allem in Bezug auf die Zufahrtsmöglichkeiten zwischen Gericht und Agentur für Arbeit Vorgaben gibt, die zwingend eingehalten werden müssen. Die Planer müssen diese Info jetzt - wie auch die Anregungen der Bürger und der Fachjury - in ihre Überlegungen einarbeiten. Sollte das bedeuten, dass das eine oder mehrere Ideen von vorn herein aus dem Rennen wirft, wäre das aus Moerser Sicht nicht nur mal wieder extrem ärgerlich, sondern auch widersinnig. Schließlich bezahlt das Land das Werkstattverfahren.

julia.hagenacker@rheinische-post.de

Quelle: RP
 
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