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Irgendwo da ist Moers!

Irgendwo da ist Moers!
Dass Foto (Blickrichtung Süden) schoss eine der Ballon-Kameras beim Aufstieg. Zu erkennen ist der Ruhrorter Hafen. Irgendwo rechts müsste Moers sein. FOTO: afg
Moers. Beim zweiten Versuch hat es geklappt: Schüler der Anne-Frank-Gesamtschule ließen einen Ballon in die Stratosphäre steigen. Jede Menge Daten und Aufnahmen sind nun auszuwerten. Von Josef Pogorzalek

Geschafft! Groß war die Erleichterung am Mittwochnachmittag, als Lehrer Christian Eckold und drei Schüler auf einer Waldlichtung bei Iserlohn die Box mit Kameras und Messgeräten fanden. Ein GPS-Tracker hatte sie zum Landeort des Fallschirms mit der Box geführt, die drei Stunden vorher in Rheinkamp mit einem Ballon Richtung Stratosphäre gestartet war. Ein Computerprogramm hatte vorhergesagt, wo der Fallschirm landen würde, so machte sich der Suchtrupp direkt nach dem Start auf den Weg.

Eine Windbö hatte den ersten Versuch des Stratosphären-Flugs in der vergangenen Woche scheitern lassen (wir berichteten). Am Mittwoch um 12.15 Uhr, bei Bilderbuchwetter, gelang dann endlich der Höhepunkt des Projekts "Wir erkunden den Himmel" an der Anne-Frank-Gesamtschule. Schüler der achten bis zwölften Jahrgangsstufe machen dabei mit. Sie hatten die Box mit zwei Kameras und anderen Messgeräten konstruiert und die Technik programmiert. Dank der Aufzeichnungen wissen sie inzwischen, dass ihr Ballon mit 5,5 Metern pro Sekunde bis in 35 Kilometer Höhe stieg, dann (wie vorhergesehen) platzte, dass die Kamerabox mit bis zu 284 km/h Richtung Erde stürzte, sich der Fallschirm in ungefähr 20 Kilometern Höhe öffnete und schließlich samt Ladung auf der Lichtung bei Iserlohn aufsetzte.

Schüler und Lehrer haben sofort mit der Auswertung der Ballonfahrt begonnen. Eine der Kameras hat zwar irgendwann versagt - "Bei minus 20 Grad hat sie den Geist aufgegeben", sagt Eckold. Aber die zweite hat faszinierende Rundum-Aufnahmen von der Erde und dem Grenzbereich zwischen Atmosphäre und Weltall geliefert. "Wir wollen sie bei Youtube hochladen." Anhand der Daten zu Luftfeuchtigkeit und Lufttemperatur kann demnächst im Unterricht das Erstellen von Diagrammen geübt werden, sagt der Physik- und Erdkundelehrer. Fertiggestellt ist dagegen bereits ein 3D-Profil des Fluges. Das will Eckold Wissenschaftlern der Uni Münster zur Verfügung stellen. Die könnten sich dafür interessieren, so weiß er, denn: "Daten zur Flugbahn werden von den normalen Wetterballons nicht aufgezeichnet."

Die Ballonfahrt musste von den Behörden genehmigt werden und war mit zehn Millionen Euro versichert. Das Risiko sei allerdings äußerst gering gewesen, sagt Eckold. "Ein Flugzeug hätte den Ballon mit seiner Luftbugwelle einfach zur Seite gedrückt." Der Wetterdienst Essen lasse alle drei Stunden einen Ballon mit Messgeräten in die Stratosphäre steigen. "Die machen das seit 25 Jahren, und passiert ist noch nie was."

Quelle: RP
 
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