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Moers
Josef Nießen geht in den Ruhestand

Moers. 15 Jahre lang stand der Pädagoge an der Spitze des Berufskollegs für Technik.

Als Jugendlicher hätte er durchaus selbst aus dem deutschen Erziehungssystem herausfallen können, gibt Josef Nießen unumwunden zu: "Eine Zeit lang war ich der Schule nicht sehr zugetan." Dass die Ausbildung für ihn mit einem Ingenieurstitel in Maschinenbau endete, führt der 65-Jährige auf folgenden Umstand zurück: "Damals gab es so viele Lehrstellen, dass man sich auch als schlechter Schüler eine aussuchen konnte. Den Luxus hat man heute nicht."

Daher war es nicht nur für Nießen ein Glücksfall, dass noch eine zweite Schullaufbahn des gebürtigen Kölners folgte. Nach einem Lehramtsstudium begann er 1979 als Referendar seine Lehrtätigkeit an einer "berufsbildenden Schule", wie es damals hieß. Nach Stationen in Rheydt, Solingen und Mettmann kam er 2000 als Direktor an die Repelener Straße; seitdem leitet er die Geschicke des Berufskollegs für Technik Moers (BKTM). Am Ende des Schuljahres geht er in den Ruhestand. "Das wird mir sehr schwer fallen", unterstreicht der Chef des technischen der drei Berufskollegs im Kreis Wesel. Zu den Akzenten, die er an "seiner" Schule setzte, gehören etwa ein Sportfest als Identifikationsangebot für die etwas schwächeren Schüler: "Das sind oft die besten Fußballer, die dann vor der ganzen Schule glänzen können; das motiviert."

Auch das Interesse für demokratische Mitbestimmung soll in den Schülern geweckt werden; hierzu gibt es vor jeden Wahlen in der Aula Podiumsdiskussionen mit Volksvertretern vom Lokal- bis zum Bundespolitiker. "Das fand ich immer ganz wichtig, ich habe auch noch ein bisschen den 1968er-Geist mitbekommen", beschreibt Nießen seine Leidenschaft für das Fach Politik, das er neben der Mathematik mehreren Generationen von Schülern nahegebracht hat.

Terminliche Überschneidungen ließen sich nicht immer vermeiden, dafür stand zu viel an: Neben der Teilnahme an Gremien war dies zum Beispiel der Versuch, ein technisches Abitur am BKTM einzuführen. Besonders von der Öffentlichkeit wahrgenommen wurde auch die Diskussion, alle drei Berufskollegs des Kreises auf einem gemeinsamen Campus anzusiedeln - an der Repelener Straße.

"Partnerschaftliche Zusammenarbeit und Teamorientierung in 15 Jahren, die unser Kolleg weit nach vorne gebracht haben" bescheinigt ihm der stellvertretende Schulleiter am Berufskolleg für Technik, Peter Dischhäuser. Er wird das BKTM ab dem neuen Schuljahr zunächst kommissarisch leiten.

Quelle: RP
 
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