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Amtsgericht in Moers
Junger Mann mit Schlagstock traktiert - Prozessauftakt

Moers. In Issum sollen drei Männer einen 18-Jährigen mit einem Schlagstock schwer verletzt haben. Am Donnerstag machten sowohl die mutmaßlichen Täter als auch das Opfer beim Prozessauftakt in Moers unterschiedliche Aussagen zum Tathergang.

Was geschah wirklich am Abend des 11. Januar 2015 im Issumer Ortsteil Sevelen? Diese Frage wollte Richter Johannes Huismann Donnerstag im Amtsgericht Moers beantwortet haben. Doch sie bleibt weitgehend offen.

Drei Angeklagte aus Neukirchen-Vluyn und Kamp-Lintfort sind wegen besonders schwerer räuberischer Erpressung und gefährlicher Körperverletzung angeklagt worden. Sie sollen unter Einsatz eines Schlagstockes, eines Messers und Schlägen das Tatopfer zur Herausgabe von 150 Euro gezwungen haben. Die Summe soll als Gegenleistung für ein Drogengeschäft verlangt worden sein. Die Szenerie spielte sich in einem Auto ab – da waren sich die Angeklagten und das Opfer (18) Donnerstag einig.

Aber sonst berichteten sie von ganz unterschiedlichen Tathergängen. Der mit 18 Jahren jüngste Angeklagte sagte, das spätere Opfer habe Marihuana kaufen wolle, das er im Auftrag des ältesten Angeklagten (25) gedealt habe, um seinen eigenen Bedarf zu decken. Der älteste Angeklagte behauptete, im Gespräch habe nicht Marihuana, sondern ein Smartphone im Mittelpunkt gestanden, das der jüngste Angeklagte an das spätere Opfer für 150 Euro habe verkaufen wollen. Dieser Behauptung schloss sich vor Gericht der dritte Angeklagte (22), der in Moers zur Schule geht, an. Auch das Opfer sagte, es sei um dieses Smartphone gegangen, selbst wenn er damals Marihuana geraucht habe. Alle waren sich vor Gericht einig, es sei schnell zu einer verbalen Auseinandersetzung gekommen, ob beim Handel zuerst die Ware und dann das Geld gezeigt werden sollte oder umgekehrt. Der verbale Streit eskalierte. Das Opfer bekam mit einem Schlagstock einen Schlag auf den Kopf. Der Jüngste sagte, es sei der Älteste gewesen und umgekehrt.

Kurz darauf habe der Mittelalte das Opfer in den Schwitzkasten genommen. Außerdem habe er ein kurzes Klappmesser gezogen und es dem Opfer an den Hals gehalten. Der Mittelalte und der Älteste beschuldigten den Jüngsten mit dem Messerangriff. Am Montag, dem 28. November, soll das Verfahren um 9 Uhr fortgesetzt werden.

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