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Moers
Kaffeefilter-Museum in der Imbissstube

Moers: Kaffeefilter-Museum in der Imbissstube
Norbert Kleukens sammelt seit fast 30 Jahren Kaffee-Filter. Das älteste Stück ist aus dem Jahr 1937. FOTO: Klaus Dieker
Moers. Der Gastro-Betrieb an der Essenberger Straße beherbergt das kleinste Moerser Museum: Norbert Kleukens sammelt seit fast 30 Jahren Melitta-Kaffeefilter. Von Anja Katzke

Für Norbert Kleukens muss der Kaffee morgens ganz frisch aufgebrüht sein. Der aus dem Automaten ist nicht sein Fall. "Wir verwenden immer schon Kaffeefilter", erzählt der Imbissbetreiber aus Moers. Und mit einem aus weißem Porzellan begann schließlich vor fast 30 Jahren die Sammelleidenschaft. "Er kostete 25 D-Mark", erzählt Norbert Kleukens. Auf Flohmärkten entdeckten er und seine Frau Petra damals weitere. Und so kamen über die Jahre immer mehr Filter-Schönheiten zusammen. In der Vitrine zeigt er nur einen Bruchteil seiner großen Sammlung, die mehr als 120 Kaffeefilter von Melitta umfasst.

Norbert Kleukens hat sie fast alle: Filter aus Blech, aus Steingut, aus Porzellan. Der Schnell-Filter Nr. 103 für sechs bis 15 Tassen und mit dem Schriftzug "Deutsches Reichs-Patent" gehört ebenso dazu wie einer aus Blech, in dessen Boden Löcher gestanzt sind. "Es ist jedoch leider nicht der Ur-Filter, den Melitta Bentz um 1908 entwickelt hatte", erzählt Norbert Kleukens. Melitta Bentz (1873 bis 1950) experimentierte als junge Hausfrau und Mutter, an einer Methode, wie sie Kaffeesatz im Kaffee vermeiden kann.

"Sie nahm aus den Schulheften ihrer Kinder die Löschblätter, die sie in eine Konservendose legte. In den Boden hatte sie vorher Löcher gebohrt", weiß der Moerser von den Anfängen des Unternehmens Melitta zu berichten. Die Idee kam an, und 1908 erteilte das kaiserliche Patentamt den Gebrauchsmusterschutz für ihren Ur-Filter, einem Rundfilter mit vorgefertigtem Filterpapier. "Der erste Kaffeefilter war aus Messing und ist heute im Melitta-Museum in Minden zu sehen. Dort ist der Stammsitz des Unternehmens", berichtet Kleukens.

Er zeigt seinen Gästen heute stolz die Sammlung, die er im Laufe der Jahre aufgebaut hat. "Die meisten habe ich zuhause im Keller." Zuweilen bringen Imbiss-Gäste inzwischen sogar Kaffeefilter mit, wenn sie solche auf Flohmärkten entdeckt haben. "Aber eigentlich ist der Markt heute leer gefegt", sagt der Sammler aus Moers, der auch historisch sehr interessiert ist. "Da brauchen sie nur auf einschlägige Internetseiten zu gehen. Die Leute suchen regelrecht danach. Auf Märkten hat man schon lange keine Chance mehr, überhaupt fündig zu werden." Sein ältestes Stück stammt aus dem Jahr 1937. Eine Rarität fehlt ihm in seiner Sammlung: "der Melitta-Kaffeefilter in Coca-Cola-Rot", erzählt Kleukens. "Der ist selten, sehr gefragt und teuer." Kleukens stellt nicht nur seine Sammlung aus. Neben der Vitrine hängt eine Liste mit Zeittafel und Informationen. Zu seiner Sammlung gehört Kinderporzellan ebenso wie ein ganzes Kaffeeservice in Weiß-Blau.

Er präsentiert Filter aus Sammler-Editionen, große und kleine in den unterschiedlichsten Farben sowie einen Teefilter aus der Melitta-Produktion. "Das Besondere ist hier der Stab. Er verschließt das Loch", erläutert der Imbissbetreiber. Dazu hat er Papierfilter in den typischen Melitta-Farben ausgestellt - ebenfalls in verschiedenen Größen. Ein Paket ist nicht viel größer als ein Taschentuch. "In den USA geht der Trend ja dahin, dass in den Cafés und Restaurants der Kaffee wieder frisch aufgebrüht wird und nicht mehr aus den Automaten kommt." Kleukens findet das gut. "Er schmeckt viel besser."

Der Moerser öffnete den Imbiss-Betrieb an der Essenberger Straße 1982. Gäste können dort jedoch noch mehr entdecken, als einen guten Mittagstisch und die Melitta-Sammlung. Kleukens interessiert sich für Moerser Stadtgeschichte. An den Wänden hängen historische Fotos und Zeitungsausschnitte, die er über die Jahre gesammelt hatte. Prunkstücke: Beim Renovieren seines Hauses (erbaut 1898) fand er historische Fahrkarten, die dort vergessen worden waren.

Quelle: RP
 
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