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Moers
"Kanalhaie" sind mit einer neuen Masche unterwegs

Moers. In Nordrhein-Westfalen sind private Grundstückseigentümer in Wasserschutzgebieten dazu verpflichtet, ihre Abwasserleitung überprüfen und gegebenenfalls sanieren zu lassen. In Moers ist die Enni für die Umsetzung des Landes-gesetzes zuständig und hat alle betroffenen Haushalte angeschrieben und interessierte Eigentümer bei einer Info-Veranstaltung aufgeklärt. Trotzdem versuchen derzeit wieder sogenannte Kanalhaie, die Unwissenheit mancher Bürger für ein schnelles Geschäft auszunutzen. So melden sich aktuell wieder vermehrt Moerser im Enni-Kundenzentrum, die durch unseriöse Werber verunsichert sind. Deshalb betont Enni-Kanal-Experte Carsten Jelinek: "Moerser sollten nicht auf dubiose Angebote hereinfallen. Wir haben jeden Eigentümer angeschrieben, bei dem eine Reinigung, Zustands- und Funktionsprüfung oder Sonstiges ansteht.

Die derzeit in Moers aktive Firma stammt aus dem Kölner Raum und sorgte jüngst bereits in Velbert für Aufregung. Ihre Masche: "Die Mitarbeiter rufen mit unterdrückter Telefonnummer vorwiegend ältere Bürger an und überreden sie zu einem Termin zu einer Sichtkontrolle der Leitungen. Dabei erklären sie, im Auftrag der Stadt Moers oder der Enni unterwegs zu sein", sagt Jelinek. Das Ergebnis der zwischen 79 und 139 Euro teuren Untersuchung, die nicht als die gesetzlich geforderte Zustands- und Funktionsprüfung gewertet werden kann, sei immer ähnlich: "Die Mitarbeiter erklären, dass die Hausanschlussleitung aufgrund des Baujahres garantiert defekt sei und der Betrieb undichter Leitungen eine Straftat darstelle. So machen sie den Betroffenen Angst und bieten ihnen an, die Leitungen zu spülen und die wahrscheinlich gar nicht vorhandenen Wurzeln zu fräsen. Dafür kassieren sie mindestens 750 Euro." Vor derartigen Haustürgeschäften warnt die Enni. "Seriöse Firmen haben es nicht nötig, Kunden derart anzusprechen."

Info Auch die Verbraucherzentrale warnt und gibt Tipps unter: verbraucherzentrale.nrw/kanalhaie

Quelle: RP
 
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