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Unsere Woche
Kandidaten schon im Wahlkampfmodus

Moers. Das ging schnell. Noch sind im NRW-Wahlkampf die Ausschussposten nicht besetzt, da schalten die Bundestagskandidaten in den Wahlkampfmodus. Als erste war Ulle Schauws dabei, die beflügelt von dem überraschenden Durchbruch für die Ehe für alle, selbiges Thema als zentral für die Wahlkampfkampagne der Grünen erklärte. Vielleicht kann unsereins als Nicht-Betroffener die Bedeutung dieser sittlich-moralischen Wende nicht angemessen würdigen. Aber die Erinnerung muss erlaubt sein, dass zu den grünen Kernkompetenzen vor allem der Umweltschutz zählt. Jedenfalls haben Moerser Naturschützer mit Interesse registriert, dass sich zwar Bundestags- und Europaabgeordnete von CDU und SPD vor Ort über die umstrittene Halde Lohmannsheide informierte, Ulle Schauws aber durch Abwesenheit glänzte.

Nun könnte die Krefelderin vorbringen: "Was interessiert mich eine Duisburger Halde? Ich bin Abgeordnete für Moers, Neukirchen-Vluyn und Krefeld." Mit dem gleichen Argument hätte Kerstin Radomski, ihre Kollegin von der CDU, die Staus an der Duisburger Rheinbrücke und das Nichtvorankommen der Pläne für die B 228 in Kamp-Lintfort ignorieren können. Tat sie aber nicht, weil beide Probleme - ebenso wie die Halde Lohmannsheide - unmittelbare Auswirkungen auf Bürger in ihrem Wahlkreis hat.

Am Donnerstag informierte sie Bundesverkehrsminister Dobrindt vor Ort über die Probleme. Dabei zeigte sich, das gut gemeint, nicht automatisch auch gut gemacht ist. So hätte man dem Minister vielleicht vorher mal erklären sollen, dass es eine fertige Trassenplanung für die B 528 gibt, die nur umgesetzt werden muss. Zudem beging sie den auch mit dem nahenden Wahltermin nicht zu entschuldigende Stillosigkeit, den Kamp-Lintforter Bürgermeister nicht über den Besuch Dobrindts zu informieren. Da ist bis zum 24. September noch einiges an Finetuning nötig, wenn sie Elke Buttkereit (SPD) schlagen will. Die hat die Ruhe weg. Zwar ist sie fast allgegenwärtig. Man weiß aber immer noch nicht, wie sie sich im Wahlkampf politisch von Radomski absetzen will. So langsam wirds Zeit.

Ein schönes Wochenende! juergen.stock@rheinische-post.de

Quelle: RP
 
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