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Moers
Kantorin will mit Musik bewegen

Moers: Kantorin will mit Musik bewegen
Annelie Herrmann an der denkmalgeschützten Kapellener Orgel, die schon Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809 - 1847) zur Komposition einiger Werke inspiriert haben soll. FOTO: Klaus Dieker
Moers. Annelie Herrmann ist Kirchenmusikerin der evangelischen Gemeinde in Kapellen und leitet den Chor an St. Martinus in Repelen. Angesichts des sängerischen Nachwuchsmangels möchte sie sich für einen Kinder- und Jugendchor einsetzen. Von Hedi Meinecke

Für Annelie Herrmann ist die Musik eine Sprache, die die Menschen bewegt. Seit mehr als 15 Jahren leitet die Kirchenmusikerin die Kantorei der evangelischen Kirche. Der Chor ist fest verankert in der Gemeinde "und für uns eine absolute Bereicherung", sagt Pfarrer Kurt Heyser, selbst als Bassist aktiv in der Chorgemeinschaft. Auch für ihn ist Musik ein zentrales Element der Gottesdienste. "Gerade der Gesang, die Cantos und Choräle, machen die Gemeinschaft mit Gott erlebbar."

"Gott zur Ehre, der Gemeinde und uns selbst zur Freude" - dieser Gedanke beflügelt die Sängerinnen und Sänger des Chores, dem heute 25 Mitglieder angehören. Das Altern und Schrumpfen der Chöre allgemein ist auch für die Kapellener Gruppe ein Problem. "Der Nachwuchs fehlt, auch fehlen die Männerstimmen", klagt die Kirchenmusikerin. Die Verpflichtungen, die wöchentlichen Proben seien Hindernisse. Annelie Herrmann aber sieht in der Pflege der Kinder- und Jugendmusik eine vielversprechende Möglichkeit, die Menschen von Kindheit an für das Singen zu begeistern. Es dient, wie sie sagt, einmal der musikalischen Erziehung, bleibe aber der kulturellen Bildung nicht stehen, sondern fördere auch die sozialen Kontakte. Diese Bindungskraft der Musik will sie nutzen - und sich im Herbst verstärkt für die Förderung eines Kinder- und eines Jugendchores einsetzen.

Die Musikerin liebt die Klassik, schätzt Haydn, Mozart, Beethoven und Schubert, öffnet sich aber auch dem neuen geistlichen Lied. Ebenso in St. Martinus in Repelen steht sie am Dirigentenpult und leitet den dortigen Chor. Die 41-Jährige unterstreicht ihre enge Bindung zu Martinus. Und in Kapellen spielt die Organistin die denkmalgeschützte Orgel in der Dorfkirche, die schon Felix Mendelssohn Bartholdy inspirierte. Einige der bekannten Werke des berühmten Komponisten seien auf diesem Instrument entstanden. Seit weit mehr als einem Jahrzehnt sitzt Annelie Herrmann hier auf der Empore und spielt das Juwel mit Leidenschaft. Ihre Maxime aber: "Um viele Menschen zu erreichen und zu bewegen, plädiere ich für das Lied, für den Gesang, setze auf den Chor", so die Kirchenmusikerin. Mit einer ausgewogenen Mischung aus traditionellem Gesang, dem neuen geistlichen Lied, Taizé-Gesängen, sowie Gospels, Spirituals und Kompositionen von John Rutter werden die Gottesdienste anspruchsvoll gestaltet. Bei Gemeindefesten, in Krankenhäusern und Seniorenheimen sind sie ebenfalls zu hören - auch musikalische Projekte zum Beispiel bei der Konfirmation oder an besonderen Festtagen stehen auf dem Programm wie Konzerte mit befreundeten Chören. Das Benefizkonzert mit dem St.-Martinus-Chor zugunsten der Sanierung des Franziskushauses fand großen Anklang. Begleitet werden die Aufführungen mal vom Posaunenchor, mal vom Flöten- oder Oboen-Ensemble oder vom Piano.

Die Geschichte - die Anfänge und die Entwicklung der Kantorei - liegt weitgehend im Dunkeln. Fest aber steht: Der einstige Pfarrer Karentz hob im Jahre 1925 einen Kirchenchor aus der Taufe. Das konnte seine Tochter berichten, die noch heute in Moers lebt. Die historische Kirche selbst wird erstmals im Jahre 1301 als Ludgeri-Kapelle in den Annalen erwähnt.

Quelle: RP
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