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Moers
Rekordbesuch beim Nelkensamstagszug

So jeck war der Nelkensamstagszug in Moers
So jeck war der Nelkensamstagszug in Moers FOTO: Dieker, Klaus
Moers. Bei schönem Wetter standen mit bis zu 130.000 Besuchern so viele wie noch nie an den Straßen. Sie waren bester Laune. Trotz des Rekordbesuchs hatten Polizei und Rettungskräfte weniger Einsätze als in den Vorjahren. Von Peter Gottschlich

Prinz Johann I. und Prinzessin Gisela II. jubeltn den Narren zu. Mit beiden Händen werfen die beiden närrischen Regenten die Kamelle von ihrem hellblauen Wagen. Dazu rufen sie immer wieder: "Helau! Helau!" Petrus hat es gut mit ihnen und den Narren gemeint. Als der Moerser Nelkensamstagszug um 13.33 Uhr am Hochheider Markt startete, klarte der Himmel auf. Das Quecksilber kletterte auf 13 Grad. "Die beiden haben einen guten Draht nach oben", meinte Hansi Kitzhofer, der Präsident des Kulturausschusses Grafschafter Karneval, schmunzelnd.

Er sah wie die anderen Narren, die auf den Karnevalswagen mitfuhren, in so viele jecke Gesichter wie nie. "An den Straßen standen noch etwas mehr Narren als im letzten Jahr", berichtet er von seinem Blick aus dem närrischen Lindwurm. "Die Anzahl lässt sich natürlich nur schätzen. Ich denke, es waren 120000 bis 130 000. Das ist ein Besucherrekord." Die Polizei setzte die Zahlen indes etwas niedriger an.

Joachim Fenger von der Zugleitung machte neben dem guten Wetter einen weiteren Grund für den rekordverdächtigen Besuch aus. "Weil Rosenmontag einige Züge abgesagt werden könnten, sind die Narren nach Moers gekommen, um zumindest einen Karnevalsumzug mitfeiern zu können", sagte das Mitglied der Zugleitung. "Es ist ja der größte Zug am Niederrhein."

Trotz der Länge des Zuges und der vielen Menschen ist die Stimmung in Moers immer familiär. Viele Narren kamen mit ihren Kindern und ihren Freunden, die meisten davon verkleidet. Sie jubelten den 60 Wagen und Fußgruppen zu, unter denen zahlreiche Kapellen waren. Sie schunkelten zur Musik. Und sie sammelten Kamelle ein. Sogar Schokoladetafeln wurden geworfen. Eine Frau klagte später auf Facebook über eine Platzwunde, die sie dadurch erlitten habe..

"Die Atmosphäre ist wie auf dem Land", freut sich Einsatzleiter André Gesthuysen. "Moers ist nicht mir Köln zu vergleichen." Am Nelkensamstag erlebte er mit 20 Feuerwehrleuten und 44 DRK-Helfern einen vergleichsweisen ruhigen Tag. Die 39 Einsätze, die sein Team hatte, waren weniger als in denvergangenen Jahren. In der stationären Unfallhilfestelle des DRK am Friedrich-Ebert-Platz wurden 75 Personen ambulant versorgt."

Für den Rückgang der Rettungswageneinsätze machte er zum einen das Glasverbot verantwortlich, das zwischen dem Kreisverkehr an der Ernst-Holla-Straße und dem Rathaus herrscht. Zum zweiten hob er die stärkeren Alkoholkontrollen hervor, die von Mitarbeitern des Ordnungsamtes im Rahmen des Jugendschutzgesetzes durchgeführt wurden. Zum dritten wies er auf die verstärkte Polizeipräsenz hin. "Manchmal hilft es schon, dass sich die Polizisten nur zeigen." Die meisten Polizisten waren auf dem Friedrich-Ebert-Platz, der erneut eine "Feiermeile" für Jugendliche war, die aus Moers und den umgebenden Städten angereist waren. "Ich denke, einige glühen schon morgens vor", sagte Joachim Fenger. "Ich weiß gar nicht, ob sie mitbekommen, wenn der Zug vorbeikommt."

Die Polizei musste 14 Personen zur Ausnüchterung in Gewahrsam nehmen und nahm sieben Personen vorläufig fest. Die Beamten erstatteten vierzehn Strafanzeigen. Bislang wurde eine sexuelle Belästigung bekannt: Ein 16-jähriger Rheinberger berührte am Bahnhof in Moers eine 17-jährige Essenerin unsittlich. Die Bundespolizei nahm den Rheinberger fest.

Quelle: RP
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