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Moers
Kein Geld für Skaterbahn in Rheinkamp

Moers. Schüler hatten im September über 800 Unterschriften für eine Anlage am Enni-Sportpark gesammelt. Die Stadtverwaltung favorisiert einen Standort im Freizeitpark, auch dort ist die Finanzierung unsicher. Von Josef Pogorzalek

Ergebnisse in möglichst kurzer Zeit wurden im September 2015 Kindern und Jugendlichen aus Rheinkamp versprochen, die im Jugendhilfeausschuss Unterschriftenlisten übergaben. 829 Mädchen und Jungen hatten mit ihrer Unterschrift den Wunsch nach einer Skateranlage am Enni-Sportpark ausgedrückt. Dort, nahe des Schulzentrums, gebe es ein geeignetes Grundstück, sagten die Schüler. Der Ausschussvorsitzende Attila Cikoglu versprach den Schülern, die Stadt um eine Prüfung zu bitten. "Wenn wir das nicht in einer angemessenen Zeit hinkriegen, könnt ihr wiederkommen und mit uns schimpfen", sagte er.

In der nächsten Woche werden dem Ausschuss die Ergebnisse der Prüfung vorgestellt. Ob die Kinder und Jugendlichen nun schimpfen werden, steht dahin. Die gute Nachricht für sie ist: Auch die Stadt möchte eine Skateranlage errichten. Die schlechte: Das Geld dafür fehlt - rund 500.000 Euro werden veranschlagt. Und: Die Chancen, dass eine Anlage am Enni-Sportpark entstehen kann, sind erst recht schlecht.

Aus Sicht der Stadtverwaltung ist eine neue Skateranlage eher im Freizeitpark wünschenswert und realisierbar. Im Gegensatz zum Enni Sportpark, der lediglich für die Jugendlichen aus dem Norden der Stadt erreichbar wäre, liege der Freizeitpark zentral. Und: Der Freizeitpark soll ohnehin überplant werden. Die Stadt arbeitet, wie berichtet, derzeit an einem Konzept dazu.

Der Wunsch nach einer Skateranlage ist nicht neu. Ihn haben schon Jugendliche geäußert, die inzwischen vermutlich aus dem Skater-Alter raus sind. Schon 2009 habe die Politik den Bau einer solchen Anlage im Freizeitpark befürwortet, heißt es in der Vorlage für den Jugendhilfeausschuss. Vorarbeiten seien erfolgt, so sei ein Fachplaner eingeschaltet und ein Lärmgutachten erstellt worden. Das Projekt sei letzten Endes aber an der fehlenden Finanzierung gescheitert. Zwar fehle es immer noch an Geld, möglicherweise seien für die geplante Neukonzeptierung des Freizeitparks aber Städtebau-Fördermittel zu erhalten.

Das von den Schülern favorisierte Grundstück am Enni-Sportpark gehört der Enni. Sie würde es tatsächlich zur Verfügung stellen. "Die Finanzierung einer Skateranlage vor Ort ist von Seiten der Enni jedoch auch nicht möglich", so die Stadtverwaltung. Die Stadt selbst - siehe oben - habe kein Geld, und ob Spender und Förderer als Finanziers einspringen könnten, müsste man prüfen.

Dirk Hohensträter, Geschäftsführer der Enni Sport & Bäder, scheint einer Skateranlage am Solimare, das sich gerade im Umbau befindet, aufgeschlossener gegenüber zu stehen. "Vorteil dieser Variante könnte eine mögliche Finanzierung durch Enni sein, welche noch geprüft werden müsste", so die Stadtverwaltung. Gegenüber unserer Redaktion teilte die Enni allerdings mit, der Bau einer Skateranlage, egal an welchen der Standorte, wäre eine "freiwillige Leistung", für die kein Geld da sei - "es sei denn, es wird im Enni-Verwaltungrat beschlossen".

Eine Skaterbahn am Solimare wäre (über eine gesonderte Regelung) kostenfrei nutzbar, allerdings nur während der Schwimmbad-Öffnungszeiten. Eine Option, die der Stadt ebenso wenig zusagt, wir der Bau von zwei kleineren Skateranlagen in Rheinkamp und im Freizeitpark.

Die Sitzung des Jugendhilfeausschusses beginnt am kommenden Dienstag, 8. März, um 16 Uhr in Moerser Ratssaal.

Quelle: RP
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