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Moers
Kita und Altenheim unter einem Dach

Moers. Ab diesem Monat baut die Diakonie für sieben Millionen Euro das "Haus für Jung und Alt" in Meerbeck. Ins Erdgeschoss kommt ein Kindergarten, darüber ein Heim für pflegebedürftige Senioren. Es ist das erste Projekt dieser Art in Moers. Von Joris Hielscher

Das "Haus für Jung und Alt" hat schon vor dem eigentlichen Baubeginn für mächtig Wirbel gesorgt. Bei den Vorbereitungen wurde eine britische Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt. Der Kampfmitteldienst konnte vor gut drei Wochen in einem mehrstündigen Einsatz - 2400 Menschen waren betroffen - die Bombe auf dem Gelände des Johannes-Kindergarten Meerbeck erfolgreich entschärfen. Dabei bietet der Neubau auch so genügend Gesprächsstoff.

In dem dreigeschossigen Gebäude, das im Auftrag der Grafschafter Diakonie von der Firma AIP Wohnen geplant wird, sollen ab Spätsommer nächsten Jahres 43 Senioren mit erhöhtem Pflegebedarf sowie der Johannes-Kindergarten einziehen. Im Erdgeschoss und im über 1300 Quadratmeter großen Garten werden Erzieher dann rund 120 Kinder betreuen, die zwei Wohngruppen der neu errichteten Pflegestation werden in den oberen Stockwerken leben. Es ist das erste Projekt in Moers, das Kindergarten und Altenheim unter einem Dach vereint.

"Der Bedarf für beide Einrichtungen in Meerbeck ist groß", erklärt Dietrich Mehnert, Geschäftsführer der Diakonie. So gebe es vor Ort keine stationäre Pflege. Wenn Menschen dann auf intensive Pflege angewiesen seien, müssten sie Meerbeck verlassen. "Dabei hängen viele Menschen sehr an ihren Stadtteil", so Mehnert weiter. Solche Angebote seien daher eine sinnvolle Ergänzung zu größeren Pflegeheimen.

In Meerbeck fehlen zudem 70 Kindergartenplätze. Anstatt dass die Stadt Moers selber einen neuen Kindergarten baut, übernimmt sie ein Teil der Betriebskosten. Dazu wird der Johannes-Kindergarten, der von einem Verein mit enger Bindung zur evangelischen Kirchengemeinde betrieben wird, von bisher drei Gruppen auf fünf Gruppen mit insgesamt 120 Kindern aufgestockt. "Das wird eine große Umstellung, weil wir dann auch Kinder unter drei Jahren betreuen", sagt Christian Hemmerling vom Kindergarten-Verein. Und so spart die Stadt viel Geld.

Sowohl Diakonie als auch der Kindergarten versprechen sich viel von der räumlichen Nähe. "Eine Menge Kinder wachsen nicht mit Großeltern auf, Senioren haben keinen Kontakt zu Kindern", sagt Carsten van der Werth vom Diakonischen Werk. Gemeinsame Gottesdienste, Spielenachmittag und Feste, wie zu Weihnachten, sind geplant. "Die Klassiker Singen und Spielen kommen sowohl bei Kindern als auch bei den alten Menschen immer gut an", erklärt van der Werth. Das gelte sogar bei Menschen mit Demenzerkrankungen. "Durch die Kinder kommt Leben ins Haus", sagt Mehnert. Von ähnlichen Projekte wollen Diakonie und Kindergarten lernen.

Und auch wirtschaftlich ist das Bauprojekt von Bedeutung. Die Diakonie investiert rund sieben Millionen. Nachdem der Johannes-Kindergarten umgezogen ist, soll das bisherige rund 60 Jahre alte Haus abgerissen werden. Auf dem Gelände plant der Investor AIP Wohnen 19 barrierefreie Wohnungen - zwischen 50 und 110 Quadratmetern groß - mit einem Volumen von über vier Millionen Euro. Somit werden weit über zehn Millionen Euro auf dem Gelände am Friedhof Galgenbergsheide investiert.

Quelle: RP
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