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Rheurdt
Kleine und große Majestäten treffen beim Vogelschießen

Rheurdt. Die Nikolaus-Bruderschaft in Rheurdt ermittelte am Sonntag zunächst den Kinderthron. Die Königskür zog sich bis in die Nacht hin.

Die Rheurdter Kirmes wirft ihre Schatten voraus. Am Sonntag traf sich die große Familie der St.-Nikolaus-Bruderschaft im Burgerpark und sorgte mit dem Vogelschießen für den Auftakt. Munter ermittelten zunächst die Jüngsten im Grundschulalter beim "Vogelwerfen" mit Tennisbällen ihren Königsthron. Der Vogel aus Gipskarton hatte wenig Chancen. Anders als bei den Erwachsenen ist für die Majestäten des Kinderthrons mit dem Amt keinerlei Verpflichtung verbunden. Der junge König zog, wie es der Brauch ist, mit Gefolgschaft am Sonntag einmal über das Gelände des Burgerparks und um die Nikolauskirche.

Während der Nachwuchs sich mit Elan dem Wettbewerb stellte, sollte es bei den Schützen noch spannend werden, bis sich endlich ein neuer König fand. Um 21. 07 Uhr wurde das Schießen zunächst durch den Vorstand der St. Nikolaus-Bruderschaft abgebrochen, weil sich aus der Menge der Teilnehmer kein Schütze hervortat, der mit dem gewissen Quäntchen Glück nach der Königswürde strebte. "Wir hatten schon mit dem Abbau begonnen. Dann kam nochmals richtig Bewegung in die Veranstaltung", erzählt Geschäftsführer Volker Berendes. Sportlicher Ehrgeiz gepaart mit Mut kam ins Spiel, als drei junge Schützen nochmals an die Vogelstange gingen. Timo Härtlein schoss den Vogel ab und ist nun für die nächsten zwei Jahre in Amt und Würden. Als Minister stehen ihm Marcel Härtlein und Fabian Arts zur Seite.

Welchen Stellenwert die Bruderschaft hat, bekräftigte Corinna Kempe in neuer Schützenuniform. Die 42-Jährige ist mit ihrem Mann Andreas 2014 nach Rheurdt gezogen und trat der Bruderschaft bei. Beide sind nun im Böllertrupp zu finden. "Mir gefällt die Gemeinschaft. Mit Herzlichkeit sind wir aufgenommen worden", sagte Corinna Kempe. Für den langjährigen Vogelbauer und Festkettenträger von 2010, Heinz Hotz, ist das Vogelschießen immer ein Ereignis. "Darauf verzichte ich nicht", sagt Hotz. Auch für Franz Ingendahl, 1998 Schützenkönig, gehört der Tag im Burgertag zum Brauchtum, das Schützenfest pflegt das Traditionsbewusstsein. "Mir bedeutet es viel. Aber ein Thron gehört dazu", meint Ingendahl.

(sabi)
 
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