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Kleinkunst
Kleine Welten erobern sich den Niederrhein

Kleinkunst: Kleine Welten erobern sich den Niederrhein
Christian Behrens (rechts) und Thomas Hunsmann wurden bei der Premiere ihres neuen Programms von den Musikern Volker Kuinke und Karin Jochums unterstützt. FOTO: K. Dieker
Moers. Vor großem Publikum präsentierten Christian Behrens und Thomas Hunsmann Neues von den Kleinen Welten - und zwar erstmals in der Eventhalle am Solimare in Moers.

Das sieht schon fast nach einer großen Welt aus." Christian Behrens war begeistert. Zum ersten Mal fand eine Premiere der "Kleine Welten am Niederrhein" in der großen Moerser Festivalhalle statt. Mit entsprechend großem Publikum. "Ohne Ende Niederrhein" hieß das neue poetisch-musikalische Kleinkunstprogramm, das er und sein Freund Thomas Hunsmann an diesem Abend mit Karin Jochums am Cello und dem Flötisten Volker Kuinke präsentierten, und wie immer ging es darin (wer hatte es anders erwartet?) wieder um die Schönheit der niederrheinischen Landschaft, die zeitweise Verschrobenheit, der darin lebenden Menschen und natürlich um die Liebe.

Eine Mischung, die seit 21 Jahren ankommt. Was nicht verwunderlich ist, denn wie Christian Behrens gleich in seinem ersten Beitrag erklärte, wartete der Niederrhein wahrscheinlich schon vor der Entstehung des Weltalls in Form von kleinen Flachland-Quarks darauf, sich zu "Kopfweiden, Johannisbeeren und Lausejungen" zusammenzuballen. Alles Weitere war zwangsläufig. So zum Beispiel die Entstehung der von aller Welt gemolkenen, schwarzbunten EU-Kuh, die in erbarmenswert radebrechenden Versen in jedem EU-Land den Niederrhein wiederzuerkennen glaubte. Oder die Existenz von Windifried Wolkenreich, dem Korschenbroicher Chefmeteorologen, mit seinen versteckt politischen Wettervorhersagen von gestern: "Das gestrige schlechte Aprilwetter war das Ergebnis eines Zusammenstoßes zwischen einem amerikanischen und einem nordkoreanischen Wetteratom. Wie's heute wird, sage ich Ihnen dann morgen. In diesem Sinne: Hauen Sie den Regen in die Tonne!" Dazu gab es von Behrens selber erdachte Wetterregeln wie: "Für den April braucht man dicke Socken, eine Badehose und Humor." Oder: "Der Wind ist frisch, der Karpfen blau, was sonst passiert, weiß keine Sau." Natürlich blieb auch das neue Programm nicht ohne eine Reihe besinnlicher Momente.

So besang Christian Behrens nach eigens dafür von Thomas Hunsmann komponierten Melodien unter anderem über die Magie der großen Liebe "Es soll für immer sein", über den Zauber von kindlichen Träumen "Wenn du ein Träumer bleibst unter den Wachen, wird alles, was du träumst Wirklichkeit" oder über das Dasein als Wechsel von Werden von Vergehen "Was blüht muss verblassen. Auf jeden Anfang folgt ein Ende".

Dazu jonglierte er zwischendurch mit bunten leuchtenden Bällen und Keulen, was nicht immer gelang, aber niemanden störte. "Wir sind halt ohne Netz und doppelten Boden unterwegs, und so werden wir auch weitermachen", erklärte er und bekam dafür einen spontanen Applaus. Die bezaubernden Momente aber waren jene, in denen Volker Kuinke - von Karin Jochums und Thomas Hunsmann sympathisch zurückhaltend unterstützt - mit seinem einfühlsamen Flötenspiel die wunderschönen Natur- und Landschaftsfotos von Christian Behrens musikalisch kommentierte. Die nächsten Aufführungen des neuen Kleinkunstprogramms von Christian Behrens und Thomas Hunsmann "Ohne Ende Niederrhein" finden am 10. und 17. Oktober, sowie am 7. November im Moerser Hotel-Restaurant "Kleiner Reichstag" und am 8. November im Hotel "Schwarzer Adler" in Schwafhein statt.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.kleinewelten.de oder telefonisch unter 02065 899707 oder 0178 6111779.

Quelle: RP
 
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