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Kreis Wesel
"Kleiner Milchgipfel" für den Niederrhein?

Kreis Wesel. Fraktionsvize Gitta Connemann und Sabine Weiss unterstützen regionale Erzeugung.

Unterstützung für die Milchbauern am Niederrhein haben die beiden stellvertretenden Vorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Gitta Connemann und Sabine Weiss bei einem Gespräch im Bundestag zugesagt.

Der Wertherbrucher Landwirt, Milchproduzent und dortige CDU-Vorsitzende Christoph Kley hatte den "kleinen Milchgipfel" organisiert. Zusammen mit ihm waren Vertreter des Bundes der Milchviehhalter nach Berlin gereist: Gregor Holland aus Wesel, Elmar Hannen aus dem Kreis Kleve sowie der Bundesvorsitzende der Organisation, Romuald Schaber.

"Das Gespräch mit den beiden Fraktionsvize macht uns Mut, dass die deutsche Agrarpolitik die Sorgen der ländlichen Milcherzeuger ernst nimmt", resümierte Christoph Kley nach der Berlin-Reise. Die CDU-Abgeordnete Gitta Connemann stammt aus dem Emsland und weiß um die Themen und Herausforderungen der ländlichen Regionen. In der CDU/CSU-Fraktion ist ?sie als Fraktionsvize für die Themen Ernährung und Landwirtschaft verantwortlich. Sabine Weiss aus Dinslaken ist als hiesige Abgeordnete mit der Thematik gut vertraut. Die niederrheinischen Milchbauern hatten in dem Gespräch Gelegenheit, die aktuelle Lage darzustellen: Seit die verbindliche EU-Milchquote zum 1. April 2015 ausgelaufen ist, hat sich die Lage der landwirtschaftlichen Milchbetriebe dramatisch verschärft. Von Mai 2015 bis Mai 2016 ist die Zahl der Milchviehhalter in Nordrhein-Westfalen um sechs Prozent auf 6.468 zurückgegangen. 415 Betriebe schlossen landesweit ihre Betriebe. Im gleichen Zeitraum sank die Zahl im Kreis Wesel um 3,1 Prozent und im Kreis Kleve um 3,8 Prozent. "Unsere Branche bleibt unter Druck", erläuterte Kley. Viele Betriebe hätten sich in den vergangenen Jahren vergrößert, um sich für die Abschaffung der Milchquote ebenso zu wappnen wie gegen niedrige Zinsen oder verschärftes Baurecht. Kley weiter: "Große Betriebe sind den Schwankungen des Marktes aber stärker ausgeliefert als kleine Betriebe. Milchviehhaltung ist und bleibt aber ein Cent-Geschäft." So sei der Preis pro Liter seit 2013 von über 40 Cent auf rund 30 Cent gesunken.

Die Milchbauern sehen der Entwicklung nicht untätig zu. Vorschläge des Bundes der Milchviehhalter wie ein Marktkrisenmodell bedürfen der weiteren konkreten Ausgestaltung, sagte CDU-Fraktionsvize Connemann. Sie sprach sich gegen die Wiedereinführung einer staatlich kontrollierten Mengenregulierung aus.

Flankierende Maßnahmen zur Bildung einer Branchenorganisation, welche sich um Mengensteuerung in Notsituationen kümmert, könnten aber auf der Agenda stehen.

"Wir brauchen keine Staatswirtschaft, aber die Unterstützung unserer Branche durch politische Rahmenbedingungen, damit Verträge zwischen Erzeuger und Verarbeiter fairer gestaltet werden können", kommentierte Kley den Dialog.

Für den ländlichen Raum sei es zudem wünschenswert, wenn Politik und Verbraucher den hiesigen Betrieben aktiv den Rücken stärken. "Es wäre es sinnvoll, auch auf Milch eine lokale Herkunftsbezeichnung aufzudrucken. Ein Verkauf unter Erzeugerkosten dürfe nicht gestattet sein.

(thh)
 
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