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Moers
Kleinkünstler messen sich beim "Alten Hut"

Moers: Kleinkünstler messen sich beim "Alten Hut"
"Wampe in neun Tagen": Kabarettist Rüdiger Höfken zeigt auf der Bühne im Bollwerk seinen mit seinem Gegenentwurf zur Fitness-Zeitschrift "Men's Health". FOTO: Dieker Klaus
Moers. Bei dem weltweit einmaligen Preis treten Comedians gegeneinander an, die über 45 Jahre alt sind oder mindestens seit 25 Jahren auf der Bühne stehen. Bei dem Wettbewerb im Bollwerk gewann das schrullige Duo "Wall Street Theatre". Von Jutta Langhoff

Es gibt viele renommierte Kabarett- und Comedypreise, die "St. Ingberter Pfanne" zum Beispiel oder Hanns Dieter Hüschs "Schwarzes Schaf" vom Niederrhein. Die meisten gehen jedoch entweder an bereits hoch prominente oder vielversprechende, neue Künstler. Die unzähligen nicht ganz so bekannten, aber schon langjährig tätigen Vertreter des Genres sind nur selten mit dabei. Das hat sich jetzt geändert.

Mit dem "Alten Hut", einem vor einem Jahr erstmals vom Moerser Comedy Arts Festival ausgelobten, weltweit einmaligen Preis für Comedians und Kleinkünstler ab 45 Jahren und/oder mit mindestens 25-jähriger Bühnenerfahrung haben nun auch sogenannte Oldcomer des komödiantischen Spaßgewerbes die Möglichkeit, ihr Können prämieren zu lassen.

Am Mittwoch war es wieder soweit. Von den in diesem Jahr rund 40 Bewerbern gelangten sechs in die engere Auswahl und stellten sich an diesem Abend zum einen dem Votum des Publikums und zum anderem dem einer von dem bekannten "Night Wash"-Moderator Knacki Deuser angeführten, aus einer regionalen Fernsehmoderatorin, einem Techniker, einem Künstler, sowie einem Zuschauer und ihm selber bestehenden fünfköpfigen Jury. Jeder Künstler hatte insgesamt 20 Minuten, um sich und sein Können vorzustellen. Die jeweiligen Anmoderationen übernahm dabei - wie schon im letzten Jahr - wieder die witzig-schrille 70er-Jahre-Band "Four Shops".

Den Auftakt machte in diesem Fall mit Daphne de Luxe eine der noch immer viel zu wenigen weiblichen Vertreter des Faches. Die wegen ihrer üppigen Körperformen oft auch als "XL-Barbie" bezeichnete, 45-jährige Hannoveranerin amüsierte vor allen durch ihre selbstironischen Betrachtungen der zurzeit in Deutschland modernen, schlanken Ess- und Modetendenzen.

Der zweite Bewerber Detlef Winterberg vertrat mit einer Mischung aus originellen Tanzeinlagen und Pantomimik dagegen eher die traditionelle Kleinkunstsparte. Der anschließend folgende, 51 Jahre alte Krefelder Rüdiger Höfken widmete sich, wie schon seine üppige Vorgängerin, ebenfalls hauptsächlich den derzeit aktuellen Schönheitsidealen, diesmal allerdings aus der männlichen Perspektive. So präsentierte er einen ironischen Gegenentwurf zur Zeitschrift "Men's Health".

Nach einer kurzen Zwischenpause eröffnete dann die Berliner Jazz-Sängerin Birgit Breuer mit ihrer virtuos bedienten, digitalen Loop-Station den zweiten Teil des Wettbewerbs, gefolgt von zwei schrulligen, britischen Gentlemen namens "Wall Street Theatre" und ihren nicht minder schrulligen mimischen und akrobatischen Huldigungen an die Queen. Für den Abschluss des Comedy-Abends sorgte "Pete the Beat", einer der ersten Bühnenkünstler, der ausschließlich mit seiner Stimme arbeitete. Er konnte ganze Schlagzeugensembles der einstigen Beat-Ära, aber auch Autos und sogar Tennis-Matches akustisch nachmachen.

Nach einer längeren Auszähl- und Beratungspause stand schließlich gegen 23.30 Uhr das endgültige Ergebnis fest. Den Publikumspreis erhielten in diesem Jahr die beiden britischen Gentlemen des "Wall Street Theatre", und der Jurypreis ging an den Augsburger Kleinkünstler Detlef Winterberg. Beide Gewinner erhielten zudem ein Preisgeld von jeweils eintausend Euro, das von der Sparkasse am Niederrhein gespendet wurde.

Quelle: RP
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