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Moers
Knappenchor eröffnet die Extraschicht

Moers. Der Homberger Chor singt am Samstag, 25. Juni, am Schacht IV der Zeche Rheinpreußen. Der Grafschafter Museums- und Geschichtsverein lädt ein zur einer "Nacht unter Bergleuten".

Der Knappenchor Homberg blickt auf eine lange Geschichte zurück: 1857 begann man in Homberg mit dem Abteufen des ersten Schachtes zur Erschließung der Steinkohlevorräte am linken Niederrhein. 25 Jahre später, am 22. September 1882, gründeten 50 Bergleute in der Steigerstube der Schachtanlage I/II den Gesangverein Rheinpreußen zu Homberg, den heutigen Knappenchor Homberg. Er ist damit 134 Jahres alt und der älteste noch bestehende Bergmannschor Westdeutschlands.

Am Samstag, 25. Juni, eröffnen die Sänger um 18 Uhr die zweite Extraschicht auf Schacht IV der Zeche Rheinpreußen mit traditionellen Bergmannsliedern. Veranstalter ist der Grafschafter Museums- und Geschichtsverein, der das Fördermaschinengebäude am Schacht IV ehrenamtlich als Industriemuseum betreut. Während in den ersten Jahrzehnten nur Männer, die Untertage arbeiteten, im "Gesangverein" singen durften, kommen die 35 Sänger des Chores heute aus vielen Berufsgruppen auch außerhalb des Bergbaus. Mit der Stilllegung von Schachtanlagen im Steinkohlenbergbau fehlte dem Chor die Basis für neue Mitglieder aus Bergbaukreisen. Er pflegt aber weiterhin satzungsgemäß bergmännische Traditionen, was auch durch das Tragen einer Bergmannstracht bei öffentlichen Auftritten zum Ausdruck kommt. Der Chor gibt jährlich mehrere Konzerte in seiner Heimatstadt, singt regelmäßig bei sozialen Einrichtungen und Großveranstaltungen in der Region und stellt sich damit in den Dienst der Öffentlichkeit.

Mehrere Fernsehauftritte in den 1980er und 1990er Jahren haben den Chor auch bundesweit bekannt gemacht. Konzertreisen führten die Chormitglieder in viele europäische Länder, aber auch in die USA (Chicago, St.Louis, Omaha), in die damalige UdSSR (Leningrad, Tallinn, Riga, Vilnius, Minsk - als erste westdeutsche Musikvereinigung nach dem Zweiten Weltkrieg), nach Kanada (Vancouver, Calgary, Toronto, Gravenhurst). In Deutschland gab der Chor Konzerte im Erzgebirge, Thüringer Wald, Saarland, Hunsrück und Harz - Gebiete, die einen Bezug zum Bergbau haben. Chorleiter ist Axel Quast, geboren 1966 in Hamburg. Er studierte an der Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf Klavier und im Anschluss daran am Königlichen Konservatorium Maastricht Dirigat. Seit 1993 leitet er zahlreiche Chöre unterschiedlichster Gattungen, mit denen er Konzerte im In- und Ausland sowie Fernseh- und Rundfunkauftritte absolviert. Den Knappenchor Chor leitet er seit 2001.

Axel Quast ist als Dirigent gefragt: Im Jahre 2002 leitete er die Uraufführung der Kantate "Sonne der Gerechtigkeit" des in Krefeld lebenden Komponisten Klaus-Norbert Kremers. Im selben Jahr erfolgte eine Mitgestaltung der Festveranstaltung des Bundesverbandes der Organtransplantierten in Gegenwart von Christine Rau und Ministerpräsident Wolfgang Clement.

2003 wirkte er mit dem Vokalensemble "Restroom Singers" bei der Feierlichkeit zur Glockenweihe der Dresdener Frauenkirche musikalisch mit. Benefizkonzerte sind ihm eine Herzensangelegenheit: 2006 Konzert zugunsten des Xantener Domes, 2010 zugunsten der Opfer des Erdbebens auf Haiti.

Das Ticket für Schacht IV kostet an der Abendkasse zwölf Euro, das Gesamtticket zur Extraschicht kostet 20 Euro. Die Karten gibt es in der Stadtinformation. Die Extraschicht in der Metropole Ruhr findet seit 15 Jahren statt. www.extraschicht.de

Quelle: RP
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