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Moers
Ko Kubotas letzte deutsche Ausstellung

Moers: Ko Kubotas letzte deutsche Ausstellung
"Lichter" heißt die Ausstellung, mit der sich der japanische Künstler aus Deutschland verabschiedet. Der Japaner hat sich in der deutschen Künstler-Szene wohlgefühlt. Nach 19 Jahren kehrt er zurück. Das hatte sich seine Mutter gewünscht. FOTO: Klaus Dieker
Moers. Die Kunstinitiative Seewerk in Kapellen lädt Samstag erstmals zu einer Einzelausstellung an den Silbersee: Damit würdigt sie das Schaffen des japanischen Künstlers Ko Kubota. Er kehrt nach 19 Jahren in seine Heimat zurück. Von Anja Katzke

Viel Zeit, über den Abschied nachzudenken, hat er nicht: Gerade erst sind seine Arbeiten am Kapellener Seewerk eingetroffen. Ko Kubota trägt seine "Licht"-Bilder" mit Hilfe seines Künstler-Kollegen Keisuke Matsuura in die verschiedenen Ausstellungsräume, die das Seewerk Künstlern zu bieten hat. Ko Kubota bereitet seine letzte Ausstellung in Deutschland vor. Eröffnet wird sie am Samstag. Kubota kehrt nach 19 Jahren in Deutschland in seine Heimat Japan zurück. Es sei schon ein merkwürdiges Gefühl, sagt er. "Ich habe mehr Zeit in Deutschland gelebt als im Studium in Tokio."

Ko Kubota kam 1965 in Fukuoka zur Welt. Es ist die größte Stadt auf Kyushu, der südlichsten der japanischen Hauptinseln, weit entfernt von der Metropole Tokio. Sein Vater ist ebenfalls Künstler. Dessen Metier ist die Ölmalerei. "In der Schulzeit war sein Einfluss auf meine Kunst natürlich groß", erinnert sich Kubato. Das änderte sich erst, als er an der Universität für Kunst in Tokio ein Studium der Malerei begann.

"Da war meine malerische Zeit vorbei. Für mich stand fest, dass ich nicht mehr malen würde", erzählt der Künstler, der in Tokio alle Einflüsse aufsog. So sehr war er von der modernen Kunst fasziniert. Deutsche Künstler wie Josef Beuys seien sehr präsent gewesen, sagt er. An der Universität beschäftigte sich Kubota mit den verschiedensten Medien. Er schuf Skulpturen, Collagen und Klanginstallationen. "Ich habe alles ausprobiert." Erst in Deutschland holte er wieder die Leinwand hervor und malte auf Papier und mit Ölfarben. "Ich bin durch die Welt gereist, um zu meinen Wurzeln zurückzukehren."

Schon in Japan habe er sich für die deutsche Kultur, für Kunst und Musik begeistert. Eine Gruppen-Ausstellung mit deutschen Künstlern führte zur Entscheidung, nach Deutschland zu kommen, um an der Akademie Münster zu studieren. "Die deutsche Kunst ist vielseitig und qualitativ hochwertig. Und es herrschen hier deutlich bessere Arbeitsbedingung", betont Kubota. In seiner Moerser Abschiedsausstellung stellt er das Licht in den Fokus.

Auf mehr als 45 großformatigen Bildern hat er sich mit der Wirkung des Lichts beschäftigt. "Ich finde es spannend, was auf der Leinwand passiert, welche Wirkung Lichtverhältnisse haben", erzählt der Japaner, zu dessen deutschen Stationen auch Moers, Köln und Düsseldorf gehörten.

In seinen "Licht"-Bildern fließen die Farben irgendwie ineinander über. Gelb trifft auf Grün, Rot auf Blau, Grau auf Grau. Der Zwischenraum wirkt so, als würde Licht tatsächlich die Farben verdrängen. In der Ausstellung, die ab Samstag zu sehen ist, zeigt der Japaner auch Tusche-Bilder, die mit Acryl eine Verbindung eingehen, und Objekte. "Knackige Farbe auf Treibholz" nennt Ko Kobuta die skurrilen Figuren aus Holz. Der Künstler muss über seine Beschreibung selber lachen und erklärt: "Ich habe mal in einem Restaurant gearbeitet."

Eine Freundin habe ihm vor ein paar Jahren ein gefundenes Stück Holz geschenkt. "Ich hatte Acrylfarbe übrig und ausprobiert, wie ich das Holz zum Leben bringen kann." Entstanden sind farbenfrohe Fantasie-Figuren, die an Märchen erinnern. Der Abschied aus Deutschland fällt ihm nicht leicht. "Die Menschen sind hier so offen und frei. Ich folge aber dem Wunsch meiner Mutter." Für ihn ist es eine Rückkehr in die Berge Japans, wo alles anders ist als in hier. "Sogar die Luft", sagt der Künstler.

Seewerk Kapellen, Silberseeweg 1a in Moers. Die Ausstellung läuft ab Samstag (16 Uhr) bis zum 16. Oktober.

Quelle: RP
 
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