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Moers
Kollegkurs optimiert Zentrifuge für Brauerei

Moers: Kollegkurs optimiert Zentrifuge für Brauerei
Das Team präsentiert die modernisierte Zentrifuge. FOTO: Klaus Dieker
Moers. Die Semesterklassen Elektronik des Berufskollegs stellen zehn Projektarbeiten vor. Auftraggeber sind Firmen wie die König Brauerei. Von Sabine Hannemann

Einen überaus wichtigen Part haben die zehn Teams des Moerser Berufskollegs, Fachrichtung Elektrotechnik, am Dienstagabend gemeistert. Sie stellten ihr Know-How in Projektarbeiten vor. "Die heutige Präsentation fließt in die Endnote ein", sagt Holger Lembken, Abteilungsleiter Elektrotechnik. Die Studierenden haben ab Frühsommer 2016 dann ihren Abschluss als "Staatlich geprüfter Techniker Elektrotechnik" in der Tasche und können danach noch die Fachhochschule besuchen. Das Alter dieser Gruppe Studierender liegt zwischen 22 und 35 Jahre.

Voraussetzung für den Studiengang waren eine erfolgreiche Ausbildung und unter anderem eine mindestens einjährige Berufstätigkeit. All diese Voraussetzungen erfüllen beispielsweise Jennifer Schulze, Andre Marenberg, Antonello Mascia und Niko Hampe, die in Industrieunternehmen beschäftigt sind und nach ihrem Arbeitstag in Moers die Kollegbank drücken. Zehn Wochen, so der zeitlich vorgegebene Rahmen, arbeiteten sie an der Modernisierung einer Dekanter-Zentrifuge. Projektgeber: Die Duisburger König Brauerei.

"Wir erleben eine sehr gute Win-Win-Situation. Die Unternehmen treten an uns heran." Welchen Umfang die Modernisierung der alten Siemens-Anlage in der Duisburger Brauerei hatte, erfuhren die Zuhörer umgehend. Als technisch veraltet gilt die Steuerungsanlage Simatic S5, für die auf dem Markt mittlerweile keine Ersatzteile mehr erhältlich sind. Die Aufgabe für das Team lautete, für die König Brauerei die Anlage mit der modernen Steuerungsanlage S7 umzurüsten.

Zum Projekt: Bei der Brauerei fällt während der Produktion jede Menge Abwasser an, beispielsweise durch die Bierflaschenreinigung. Das Abwasser verlässt über die Dekanter-Zentrifuge gereinigt das Werk und wird der Emscher Genossenschaft zugeleitet. Die Aufgabe des Teams bestand darin, eine schlanke Anlage mit verschiedenen Vorzügen zu schaffen. Die Modernisierung bietet betriebliche Vorteile. Der Stromverbrauch ist begrenzt, die Anlage bietet Ausfallsicherheit und im Notfall eine Fehlersuche. Die Probe aufs Exempel hat die S7-Anlage hinter sich, sie läuft bereits.

Für ähnliche Herausforderungen sorgten auch andere Projekte. Beispielsweise Beckers Regeltechnik aus Neukirchen-Vluyn verteilte den Auftrag Planung, Errichtung und Inbetriebnahme einer automatisierten Raumklimatisierung für einen Supermarkt. Die Moerser Firma Wetec Elektrotechnik vergab in Kooperation mit der Firma Golfkomfort das Projekt Optimierung einer Golfballwaschanlage. René Abendroth, Wetec-Mitarbeiter und Berufskolleg-Student, übernahm das Projekt zusammen mit seinem Kollegen Bojkov. "Unsere Erfahrungen sind sehr positiv", sagt dazu André Michael, Geschäftsführer Golfkomfort. Die Golfballwaschanlage, die bereits europaweit vermarktet wird, ist dank Prozessoptimierung von der Reinigung bis zur Neuverteilung der Golfbälle nun personalfrei. "Früher wurden diese Arbeiten alle per Hand erledigt", sagt Michael.

Quelle: RP
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