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Moers
Kongress: Jugendliche diskutieren über Rechtsextremismus

Moers. "Demokratie stärken in Moers", unter diesem Titel finden seit vielen Jahren schon diverse Veranstaltungen in der Grafenstadt statt, darunter auch regelmäßige Jugendkongresse zu bestimmten zeitnahen, gesellschaftspolitischen Themen.

Beim inzwischen siebten Kongress dieser Art am Dienstag in der Aula des Moerser Berufskollegs für Technik ging es diesmal um den zunehmenden Rechtsextremismus in Deutschland und dessen neue Erscheinungsformen im Internet.

Dabei gaben als Impuls für eine nachfolgende Diskussion zunächst Thomas Pfeiffer vom NRW-Verfassungsschutz und anschließend Michael Wörner-Schappert von der gemeinnützigen Gesellschaft "jugendschutz.net" anhand von realen Beispielen einen allgemeinen Überblick über Formen von rechtsextremistischer Hetze im Netz. Nach einer kurzen Pause, in der sich die jungen Besucher zwischendurch mit selbst geschriebenen Plakaten an einer Fotoaktion der Moerser Fotografin Bettina Engel-Albustin beteiligen konnten, zeigte der deutsch-iranische Fernsehreporter Michel Abdollahi seine im Oktober für den NDR gedrehte Dokumentation über das selbst ernannte mecklenburgische "Nazidorf" Jamel und beantwortete im Anschluss daran Zuschauerfragen.

Abdollahi hatte vier Wochen lang in einem Holzhaus auf einer zentralen Wiese des 40-Seelen-Ortes gelebt und dabei mehr oder weniger erfolgreich versucht, mit den Bewohnern ins Gespräch zu kommen. Das war das Programm am Vormittag.

Am Nachmittag hatten die jungen Kongressteilnehmer dann die Möglichkeit, in acht verschiedenen, zweieinhalbstündigen Workshops selber tätig zu werden. Unter anderem konnte man darin anhand von konkreten Beispielen die Musik der rechten Jugendszene analysieren oder seine eigenen Statements gegen rechts in Form eines gemeinsam produzierten Kurzfilms darstellen. Einige Teilnehmer lernten in einem Argumentationstraining, wie sie im Alltag besser auf rechte Stammtischparolen reagieren sollten.

Der Kongress endete gegen 16.30 Uhr mit der allgemeinen Vorstellung der Workshop-Ergebnisse in der Aula.

Der diesjährige Moerser Jugendkongress war eine Gemeinschaftsveranstaltung des Kinder- und Jugendbüros der Stadt, des Jugendkulturzentrums "Bollwerk 107", der Volkshochschule Moers/Kamp-Lintfort und des Moerser Schlosstheaters.

In diesem Jahr nutzten knapp 200 Jugendliche die Gelegenheit, an dem Kongress im Berufskolleg teilzunehmen.

(lang)
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