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Moers
Kornelia zum Kolk: Bald 1. Beigeordnete?

Moers: Kornelia zum Kolk: Bald 1. Beigeordnete?
Beigeordnete Kornelia zum Kolk, Bürgermeister Christoph Fleischhauer (CDU) und SPD-Fraktions-Chef Mark Rosendahl (von links). FOTO: Archiv
Moers. Kornelia zum Kolk hat offenbar gute Chancen, Nachfolgerin von Hans-Gerd Rötters (SPD) als neue 1. Beigeordnete der Stadt Moers zu werden. Jedenfalls scheint die SPD-Fraktion ihren Widerstand gegen eine baldige Wahl aufzugeben. Von Jürgen Stock

Noch will im Moerser Rathaus niemand den Namen offiziell bestätigen, doch es scheint immer wahrscheinlicher zu werden, dass die Dezernentin Kornelia zum Kolk neue 1. Beigeordnete der Stadt Moers wird und damit die Nachfolge von Hans-Gerd Rötters antreten wird, der zum 1. Oktober als Geschäftsführer zur Enni wechselt. Allerdings soll über seine Nachfolge nicht bereits in der Ratssitzung am 30. September entschieden werden. Das teilte gestern Mark Rosendahl, Fraktionsvorsitzender der SPD, mit. "Es besteht keine Eile. Es ist unstrittig, dass die Stelle neu besetzt werden muss, das kann aber auch zum Beispiel erst im Februar geschehen." Rosendahl schloss gleichzeitig aus, die Stelle für zwölf Monate vakant zu lassen.

Nach dem Weggang von Rötters wird die Verwaltungsspitze hinter Christoph Fleischhauer (CDU) zunächst für ein Jahr nur noch aus drei Personen bestehen, die alle parteilos sind: Neben zum Kolk sind das der Mönchengladbacher Wolfgang Thoenes und der Neukirchen-Vluyner Thorsten Kamp. Eigentlich hätte die SPD den Posten des vierten Beigeordneten gerne wieder sofort besetzt, hatte dann aber zugestimmt, die im Rathaus allgemein geltende zwölfmonatige Besetzungssperre auch für dieses Amt gelten zu lassen. In dieser Zeit will Fleischhauer erproben, ob auf die Neubesetzung nicht komplett verzichtet werden kann. "Wir dagegen wollen die Stelle auf jeden Fall wieder ausschreiben", sagte Rosendahl. Für die Wahl des Beigeordneten in einem Jahr hatte sich die SPD in den Vereinbarungen mit Grünen und "Grafschaftern" bereits ein Vorschlagsrecht in den Bündnisvertrag schreiben lassen.

Beigeordnete Kornelia zum Kolk, Bürgermeister Christoph Fleischhauer (CDU) und SPD-Fraktions-Chef Mark Rosendahl (von links). FOTO: Archiv

Dagegen erklärt der CDU-Fraktionsvorsitzender Ingo Brohl: "Die CDU hat immer gefordert, eine der vier Beigeordnetenstellen dauerhaft einzusparen. Dies ist nun möglich und auch organisatorisch sehr gut darstellbar sowie auf Grund der Finanzlage der Stadt dringend angezeigt."

Beigeordnete Kornelia zum Kolk, Bürgermeister Christoph Fleischhauer (CDU) und SPD-Fraktions-Chef Mark Rosendahl (von links). FOTO: Archiv

Brohl: "Die Funktion des Allgemeinen Vertreters, also des Ersten Beigeordneten, muss der Rat aber jetzt schon aus rein rechtlichen Erfordernissen unter den drei verbliebenen Beigeordneten klären. Die CDU hat dazu beraten und eine klare Präferenz, welche Person 1. Beigeordneter werden sollte. Diese Person wollen wir aber nicht durch eine öffentliche Diskussion beschädigen."

Neben der CDU soll sich auch die Verwaltung selbst für zum Kolk als neue Vertreterin des Verwaltungs-Chefs Fleischhauer ausgesprochen haben. Da die Beigeordneten erst gestern ihren ersten Arbeitstag nach dem Urlaub hatten, hatte Fleischhauer sich bemüht, diese Personalie vertraulich zu behandeln. Entsprechend verärgert war er, dass doch Details nach außen gesickert waren. Zum Sachverhalt selbst wollte er sich gestern nicht äußern.

Falls der Rat zum Kolk wählt, würde die SPD auf jeden Fall das Amt des 1. Beigeordneten für die nächsten zweieinhalb Jahre verlieren. Zum Kolk wird erst im Frühjahr 2018 die Pensionsgrenze erreichen. Selbst für den Fall, dass sich im Rat eine Mehrheit für die Einstellung eines vierten Beigeordneten im kommenden Jahr fände, würde zum Kolk doch, einmal gewählt, 1. Beigeordnete bleiben.

Ingo Brohl unterstellt seinem Kollegen von der SPD persönliche Interessen bei dem Personal-Poker: "Das Gerücht, dass der SPD-Fraktionsvorsitzende selber Ambitionen auf eine Beigeordnetenstelle hat, ist ja schon lange in der Welt. Langsam fange ich selbst auch an, es zu glauben."

Dagegen Mark Rosendahl: "Bislang hat sich noch kein Gremium der SPD mit der Frage beschäftigt, wer für die Stelle geeignet ist."

Quelle: RP
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