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Moers
Kreativer Unterricht bis zum Ferienstart

Moers. Mit Kunst im Grünen, Filmdreh und Cheerleading überbrücken Moerser Schulen die sonst teilweise inhaltsfreie Zeit nach den letzten Klassenarbeiten und den Sommerferien. Von Laura Conrath

MOERS Die letzten Arbeiten sind geschrieben, die Noten stehen so gut wie fest: Die verbleibenden Tage bis zu den großen Ferien gestalten sich nicht nur für die Schüler, sondern auch für die Lehrer als besondere Herausforderung. Motivation sucht man bei den meisten Schülern ausnahmsweise vergebens. Doch die Moerser Schulen haben dagegen ihre Hausmittelchen: Mit Projektwochen, Klassenfahrten, Fortbildungen und Ehrungen wird die Prä-Sommerferien-Flaute überbrückt.

"Die Heinrich-Pattberg-Realschule (HPR) bietet eine Vielzahl von Aktivitäten an", sagt zum Beispiel Jan Hasenöhrl, Lehrer an der HPR. "Unsere Lehrer sind da sehr kreativ."

So bildet Simone Wehrmann vor den Sommerferien Sporthelfer aus. Das sind Schüler höherer Klassen, die in den Mittagspausen für die Jüngeren sportliche Spiele anbieten. Dabei lernen sie nicht nur, wie man bestimmte Sportarten vermittelt, sondern auch, wie man Streit schlichtet und mit kleineren Verletzungen umgeht. Auch Klassenfahrten werden mit Feuereifer geplant. So möchte Melanie Herkendell zum Beispiel mit ihrer 9d nach den Sommerferien nach Cambridge fahren. Im Vorfeld beschäftigt sich die Klasse mit der Kultur Englands und den dortigen Sehenswürdigkeiten. "Aber auch praktische Fragen, wie die, ob Whatsapp dort funktioniere, werden geklärt", sagt Jan Hasenöhrl.

Wenn nicht gerade wieder ein Gewitter über Moers zieht, verlegt Uta Stephan ihre Kunstkurse nach draußen. So können die Schüler in der Natur malen und dabei das schöne Wetter genießen. Die Lehrerin weiß um die Vorteile dieser Unterrichtsform: "Was zunächst nach ,chillen' klingt, bringt beachtliche Kunstwerke zu Tage, auf die die Schüler stolz sein können."

Irene Gatermann sorgt für die literarische Weiterbildung. Sie bereitet ihre Schüler auf den alljährlich stattfindenden Vorlesewettbewerb vor, der bei den Schülern immer wieder beliebt ist. Auch Jan Hasenöhrl selbst zeigt Engagement: Er dreht mit der Klasse 5b einen Film, indem die Fünftklässler dem Abschlussjahrgang die Zeugnisse klauen, damit die Zehntklässler nicht abgehen können und die Kleinen sie nicht zu vermissen brauchen. "Wie das für die Abschlussklassen und die 5b ausgeht, ist bei der Abschlussfeier der 10er zu sehen", berichtet Hasenöhrl.

Am Gymnasium Adolfinum findet seit vier Jahren in der letzten Schulwoche eine Projektwoche an. Auch in diesem Jahr sind wieder Oberstufenschüler, Lehrer und Eltern gleichermaßen an der Planung beteiligt und befassen sich schon einige Wochen vor der Projektwoche mit dem Sammeln von Schülerwünschen und deren Umsetzung.

"Danach haben die Schüler die die Qual der Wahl", wie Stephanie Tenbusch, Lehrerin am Adolfinum, erklärt. "Aus 40 Themen dürfen sie ihre liebsten drei auswählen. In den vergangenen Jahren konnten wir es immer möglich machen, dass alle von den etwa 730 teilnehmenden Schülern eines ihrer drei favorisierten Projekte bekamen."

Das bunt gemischte Angebot reicht von Cheerleading, Streetdance, Wandern am Niederrhein und Tischtennis bis zu Spieleentwicklung, kreativem Nähen, Backen und Fotographie. "Stark zugenommen hat das Interesse an ernsteren Themen wie Leben-Sterben-Tod, Stolpersteine Moers oder Debatten führen", sagt Stephanie Tenbusch und fährt fort: "Besonders motivierend ist es für die Schüler, ihre eigenen Ideen einbringen zu können und dass der alltägliche Unterrichtsablauf unterbrochen wird. Auch sind die meisten Projekte für alle Jahrgangsstufen offen, was zur Folge hat, dass die Kleinsten mit Oberstufenschülern gemeinsam an einem Projekt arbeiteten. So lernt man neue Leute kennen."

Die Arbeit an den Projekten läuft von Montag bis Mittwoch. Am Donnerstag, 7. Juli, wird von 14 bis 17 Uhr ein Präsentationsnachmittag stattfinden, der auch für Besucher offen ist. Freunde, Familienmitglieder und Außenstehende haben dann die Möglichkeit, die kreativen Ideen der Schüler des Adolfinums zu bestaunen.

Quelle: RP
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