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Moers
Krefelder SPD will eigenen Kandidaten

Moers: Krefelder SPD will eigenen Kandidaten
Will in den Bundestag: Andreas Albrecht, SPD-Ortsverein Kapellen. FOTO: Bettina Engel-Albustin / fotoagentur-ruhr moers
Moers. Mit Verblüffung haben Sozialdemokraten in Moers und Neukirchen-Vluyn den Sinneswandel der Krefelder Genossen zur Kenntnis genommen. Die wollen nun doch eigene Kandidaten für den gemeinsamen Bundestagswahlkreis. Von Jürgen Stock und Jens Voss

Im innerparteilichen Kampf um die SPD-Bundestagskandidatur für den Wahlkreis Wesel II/Krefeld II will die Krefelder SPD den Moerser Genossen das Feld nicht kampflos überlassen: Sie will nun möglicherweise doch Kandidaten ins Rennen schicken. Bislang haben lediglich fünf Sozialdemokraten aus Moers den Hut in den Ring geworfen. Am 30. September entscheiden 150 Delegierte aus Moers, Krefeld und Neukirchen-Vluyn bei einer Konferenz in Moers, wer im Wahlkreis Wesel II/Krefeld II für die SPD bei der Bundestagswahl im Herbst 2017 antreten wird.

Der nach Meinung vieler Beobachter talentierteste Nachwuchspolitiker der Krefelder SPD, Benedikt Winzen, steht nicht zur Verfügung - er ist für die Landtagskandidatur vorgesehen. Dem Vernehmen nach hat Parteichef Ralph-Harry Klaer ebenfalls erklärt, dass er nicht antreten will. Interesse an einer Kandidatur soll der frühere SPD-Ratsherr Christoph Aretz angemeldet haben. Er war 2014 im Streit aus der SPD ausgetreten, hatte aber sein Ratsmandat an seine Partei abgetreten. Mittlerweile ist er wieder in die Partei eingetreten und soll dort Rückhalt haben. Offiziell will der Unterbezirksvorstand die Namen erst am 19. August verkünden.

Will in den Bundestag: Attilla Cikoglu, SPD Rheinkamp. FOTO: spd

"Es kommt nicht so sehr darauf an, wo im Wahlkreis ein Abgeordneter wohnt, es kommt darauf an, einen für den gesamten Wahlkreis hervorragenden Abgeordneten zu finden", betont der Parteivorsitzende der Krefelder SPD, Ralph-Harry Klaer. "Wir in Krefeld haben beispielsweise mit Siggi Ehrmann beste Erfahrungen gemacht. Das gilt für seine bundespolitische Kompetenz, sowie wenn es um die Vertretung der Krefelder Interessen geht. Unter diesen Aspekten werden wir uns in Krefeld Mitte August zu der Kandidatenfrage äußern", so Klaer.

Mit deutlicher Zurückhaltung hat gestern Nachmittag der Vorsitzende der SPD im Kreis Wesel, René Schneider, auf die Nachricht aus Krefeld reagiert, dass die dortige SPD nun doch erwägt, Kandidaten ins Rennen um eine Bundestagskandidatur für den Wahlkreis zu benennen. "Ursprünglich hatten wir vereinbart, dass das bis zu Beginn der Sommerferien geschehen sollte", sagte Schneider. Der Landtagsabgeordnete war beauftragt worden, die Kandidatenaufstellung zu organisieren. Für gestern Abend war eine gemeinsame Sitzung mit der Krefelder SPD angesetzt.

Will in den Bundestag: Silvia Rosendahl, SPD Rheinkamp. FOTO: spd

Zwar freue er sich, dass der Wettbewerb um die Kandidatur im Wahlkreis nun noch intensiver werde, doch machte Schneider darauf aufmerksam, dass bestimmte Ladungsfristen zu beachten seien. "Theoretisch kann natürlich auch noch jemand auf der Delegiertenversammlung am 30. September ankündigen, dass er sich zu Wahl stelle." Aber die Mitglieder sollten ja die Möglichkeit bekommen, die Kandidaten zuvor näher kennenzulernen. In Moers sei dafür eine Veranstaltung geplant, die man nicht erst kurz vor der Wahl abhalten könne.

Schneider machte darauf aufmerksam, dass unter den fünf Kandidaten aus Moers und Neukirchen-Vluyn, die sich um die Nachfolge von Siggi Ehrmann bewerben, mindestens vier "sehr respektable" seien. Daher sei es sehr wahrscheinlich, dass die Krefelder, die auf der Delegiertenkonferenz 50 von 150 Stimmen hätten, für den Fall, dass keiner der zur Wahl stehenden Kandidaten die absolute Mehrheit erreiche, zwar ihren Vorschlag in die Stichwahl der beiden besten Bewerber bringen könnten, dann dort aber gegen den Kandidaten aus Moers oder Neukirchen-Vluyn chancenlos seien.

Will in den Bundestag: Sabine Groß, SPD Moers. FOTO: SPD

Zwar habe er selbst, erklärt René Schneider, sich immer dafür ausgesprochen, dass die Qualifikation und nicht die Herkunft das wichtigste Kriterium bei der Kandidatenaufstellung sein müsse. "Bei mehreren gleichwertigen Bewerbern könnte aber dann eben doch die Herkunft als zweite Priorität ins Spiel kommen."

Aus dem Kreis Wesel hatten Andreas Albrecht, Atilla Cikoglu, Sabine Groß, Silvia Rosendahl und Elke Buttkereit ihre Bereitschaft erklärt zur Wahl anzutreten.

Quelle: RP
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