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Kreis Wesel
Kreis-Veterinäramt beschlagnahmt 270 Hunde

Kreis Wesel. Die Hunde lebten unter miserablen Bedingungen in Schermbeck. Die Staatsanwaltschaft soll eingeschaltet werden.

Mehr als 270 Hunde, der Großteil davon Malteser, hat der Fachdienst Veterinär- und Lebensmittelüberwachung in der vergangenen Woche in einer Hundezucht in Schermbeck beschlagnahmt. Ein Richter hatte zuvor eine vom Kreis beantragte Durchsuchung angeordnet. Anlass für den Antrag des Kreises waren Hinweise darauf, dass in der Tierhaltung wesentlich mehr Hunde als vom Kreis erlaubt unter sehr schlechten Verhältnissen und versteckt vor Kontrollen gehalten würden.

Dass die Tiere in die Zucht zurückgebracht werden, schließt der Kreis Wesel aus. Es ist vielmehr davon auszugehen, dass nach Abschluss der amtstierärztlichen Gutachten unter anderem Verfahren zum Verbot jeglicher Hundehaltung und -betreuung eingeleitet werden und die Staatsanwaltschaft wegen der Verstöße gegen das Tierschutzrecht eingeschaltet wird.

17 Mitarbeiter des Fachdienstes waren vor Ort. Da die amtstierärztliche Besichtigung die Befürchtungen über den schlechten Zustand vieler Tiere bestätigten und die Haltungsbedingungen unakzeptabel waren, mussten alle Hunde sofort anderweitig untergebracht werden. Dieses hatte der Kreis vorab organisiert. Mitarbeiter und Helfer der drei Tierheime aus Wesel, Kamp-Lintfort und Straelen halfen bei der Aktion und konnten die Tiere in mehrstündiger Arbeit provisorisch kennzeichnen, erfassen und dann abtransportieren. In diesen Tierheimen wurde dann noch am gleichen Tag damit begonnen, die eingesammelten Tiere gründlich zu untersuchen, die Identität festzustellen, gegebenenfalls Tiere neu mit Mikrochips zu kennzeichnen und die dringendsten Pflegemaßnahmen und Behandlungen auf den Weg zu bringen. Mehrere Tierärztinnen des Kreises waren bei dieser Aktion dabei. Der Bund Deutscher Tierfreun hat in seinem Tierheim in Kamp-Lintfort mehr als 100 Hunde aus der Beschlagnahme aufgenommen. Die Tiere seien in einem oft schrecklichen Gesundheitszustand.

Im Vordergrund dieser Akut-Hilfe standen zunächst Fell- und Hautpflege, Krallenpflege und Zahnsanierung der vernachlässigten Tiere. In einigen Fällen war allerdings auch eine sofortige weitergehende tierärztliche Behandlung erforderlich.

Quelle: RP
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