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Kreis Wesel
Kreisjahrbuch: Klassiker für Gabentisch

Kreis Wesel. Kreis Wesel in allen Facetten: Beiträge zur Geschichte, zu Natur und Umwelt, Volkskunde, Kunst und zum Kreis selbst. Von Fritz Schubert

Wenn die Buchhändler aus dem Kreis Wesel bei ihnen nachfragen, wann denn das neue Kreisjahrbuch erscheint, dann wissen die Verantwortlichen im Mercator Verlag, dass es Anfang November ist. Jutta Nagels, die gerade die Leitung der Geschicke von Frank Wohlfahrt übernommen hat, kennt das wie er seit Jahren. "Es ist ein Phänomen, dass sich die Zahlen sich wiederholen", sagte sie jetzt bei der Präsentation der Ausgabe für 2017 im Weseler Kreishaus. Und die Chancen steht gut, dass auch dieser Jahrgang wieder ein Renner wird. Es ist halt ein Klassiker für den Gabentisch. Mit 12,90 Euro kommt das Jahrbuch (Auflage: 5000 Exemplare) nun zwar zwei Euro teurer in den Handel als bisher, aber es ist immer noch so vom Kreis subventioniert, dass jeder es sich leisten können sollte.

Die nunmehr 38. Ausgabe besticht erneut durch ihre Vielfalt. 41 Frauen und Männer haben an den 33 Beiträgen mitgewirkt, die auf 250 Seiten Geschichte, Umwelt, Gesellschaftliches und natürlich auch den Kreis Wesel beleuchten. Landrat Dr. Ansgar Müller ging bei der Vorstellung unter anderem besonders auf die Künstlerfamilie Pankok ein. Otto und Hulda sowie ihre im Februar verstorbene Tochter Eva haben mit Haus Esselt in Hünxe und den dort versammelten Werken eben ein ganz besonderes Erbe hinterlassen, wie Annette Dohrmann-Burger, Wolfgang Matenaers und Katrin Reuscher in ihrem Beitrag dem Leser nahe bringen.

Eine Würdigung des Heimatforschers Willi Dittgen von Hans-Hermann Bison strich Müller ebenso heraus wie überaus aktuelle Bezüge am Beispiel der Flüchtlingshilfe im Kreis von Lars Rentmeister und Claus Hücklekemkes. Aus allen Winkeln der 13 Kreiskommunen ist was im Jahrbuch zu finden. Zum Beispiel auch die Antwort auf die Frage, wie es dazu kam, den Sitz des Altkreises Rees nach Wesel zu verlegen: Landrat Heinrich Friedrich von Bernuth (1789-1859) standen in dem "kleinen Landstädtchen" zur Ausbildung seiner Söhne und anvertrauten Neffen "nur Elementarschulen und eine sogenannte katholische Rektoratsschule zu Gebot". Das schrieb er 1837 an die Regierung in Düsseldorf mit dem Hinweis, dass er gezwungen sei, deren "standesgemäße" Ausbildung auf dem Gymnasium in Wesel sicherzustellen. Am 15. Februar 1842, also vor bald 175 Jahren, beschloss die Kreisständeversammlung mit elf zu zwei Stimmen die Verlegung des Landratsamtes. Schon damals war Bildung also ein wichtiger Standortfaktor.

Volker Kocks vom Stadtarchiv Wesel hat sich intensiv mit dem Thema befasst und dabei auch Baugeschichte nachgezeichnet. Kreisarchivarin Brigitte Weiler widmete sich einem bislang kaum behandelten Thema: In "Dienst an der Heimatfront" spürt sie der Rolle der Frauen im Ersten Weltkrieg nach. So schwer deren Lasten zu tragen gewesen sein mögen, so wichtig war die Zeit doch für einen gesellschaftlichen Wandel: Erstmals traten Frauen hinaus "aus dem ihnen ansonsten zugewiesenen privaten Wirkungsraum - hinaus auf die öffentliche Bühne".

Quelle: RP
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