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Moers
Krimi-Lesung hält Zuschauer in Atem

Moers: Krimi-Lesung hält Zuschauer in Atem
Mechthild Großmann (li.) und Krimischriftstellerin Dr. Regula Venske verbreiteten Spannung in der Kundenhalle der Sparkasse. FOTO: siwe
Moers. Schauspielerin Mechthild Großmann, bekannt als Staatsanwältin im Münster-Tatort, begeistert beim Moerser Krimi-Festival mit ihrer Lesung aus "Der Schneeleopard" von Tess Gerritsen. Von Jutta Langhoff

Moers hat viele Festivals: das Pfingstfestival oder das Comedy Arts Festival, um nur zwei der größten zu nennen. Das eine ist musikalisch, das andere ist witzig, das spannendste aber ist eindeutig das Moerser Krimifestival.

Viermal hat es bisher schon stattgefunden, und dabei jedes Mal mehr als zweitausend Besucher begeistert, und so dürfte es wohl auch in diesem Jahr wieder sein. Insgesamt 13 Veranstaltungen an zehn verschiedenen Orten erwarten die Freunde der literarischen Bluttat zwischen dem 2. Februar und 12. März in der Grafenstadt, darunter auch eine Führung durch das Institut für Pathologie auf dem Gelände des Moerser Bethanien-Krankenhauses. Den Auftakt machte am Samstag eine Lesung in der Kundenhalle der Moerser Sparkasse am Niederrhein. Vor rund 250 Besuchern las hier die Hamburger Fernseh- und Theaterschauspielerin Mechthild Großmann knapp zwei Stunden lang aus dem neusten Krimi-Bestseller der amerikanischen Schriftstellerin Tess Gerritsen "Der Schneeleopard", dem inzwischen elften Fall des Bostoner Ermittlerduos Jane Rizzoli und Maura Isles. Mechthild Großmann, vielen Besuchern vor allem durch ihre Rolle als tiefstimmige Staatsanwältin Wilhelmine Klemm aus den Münsteraner Tatort-Krimis bekannt, arbeitet nicht nur vor der Kamera und auf der Bühne, sondern ist auch eine gefragte Hörbuchsprecherin. Letzteres stellte sie an diesem Abend eindrucksvoll unter Beweis. Mit ihrer markanten Bassstimme entführte sie ihre Zuhörer wechselseitig mal in ein touristisches Safaricamp in den südafrikanischen Staat Botswana und nach Boston, wo ein bekannter Tierpräparator wie ein Wildtier abgehäutet und ausgeweidet hängend an der Decke seiner Garage gefunden wurde. "Botswana" und "Boston" leitete sie den Schauplatzwechsel dabei jedes Mal zackig in ihrer tiefsten Stimmlage ein, und entlockte ihren Zuhörern damit wiederholt ein spontanes Lachen. In der übrigen Zeit herrschte jedoch meist atemlose Stille in den Stuhlreihen, was einerseits auf die mitunter recht drastischen Tatortbeschreibungen der Autorin, zu mindestens zu gleichen Teilen aber auch auf das beeindruckende sprachliche und mimische Können von Mechthild Großmann zurückzuführen war. "Der Schneeleopard" ist nicht das erste Buch von Tess Gerritsen, dem sie mit ihrer Stimme einen besonderen Nervenkitzel verleiht. Einmal war sie sogar zusammen mit der Autorin auf Lesereise.

Auch diesmal kam sie nicht allein. Ihre Begleiterin war die Generalsekretärin des deutschen PEN-Zentrums Dr. Regula Venske. Die prämierte Krimischriftstellerin hatte an diesem Abend die Rolle der Moderatorin übernommen und stellte Mechthild Großmann zwischendurch Fragen. Zum Beispiel, wie sie sich auf eine Lesung vorbereitet, ob sie sich vor der Entstehung eines Hörbuches mit den jeweiligen Romanfiguren identifizier. Auf die erste Frage antwortete sie lakonisch mit: "Üben, üben, üben." Auf die zweite mit: "Nein." Sie denke zwar vorher ausgiebig über die Persönlichkeiten der einzelnen Figuren nach, bleibe aber beim Lesen immer nur sie selber.

Die nächste Lesung im Rahmen desKrimifestivals findet am Mittwoch, 24. Februar im Schlosstheater, Kastell 6, statt. Ab 19.30 liest dort der in Paris geborene Schauspieler, Regisseur und Sänger Dominique Horwitz aus seinem ersten Kriminalroman "Tod in Weimar".

Quelle: RP
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