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Moers
Kritik am Zustand der Friedhöfe

Moers: Kritik am Zustand der Friedhöfe
FOTO: RP
Moers. Friedhofsbesucher klagen über Unkraut und schlecht gemähten Rasen. Die zuständige Enni wiederum beklagt sich über verwilderte Gräber. Schuld sei eine neue Friedhofskultur. Von Kilian Treß

Die Hauptwege des Repelener Friedhofs erscheinen selbst im feuchtnassen Herbst ordentlich und aufgeräumt. Doch spiegelt der erste Eindruck offenbar nicht die tatsächliche Beschaffenheit der Anlage wider. "Der Zustand hier ist katastrophal", beschwert sich ein Mann, der namentlich nicht genannt werden möchte.

Nicht das viele Laub, das zu der Jahreszeit Gräber, Wiesen und Wege verdeckt, erregt seinen Unmut. Vielmehr die fehlende Dienstleistung: Der Rasen werde nur ungenügend gemäht, der Heckenschnitt vom vergangenen Jahr sei noch immer nicht abgeholt, das Unkraut nicht gerupft. "Nur die Hauptwege sind sauber, alles was dahinter liegt, kümmert keinen." Auch die Friedhöfe in Utfort und Lohmannsheide machen seiner Meinung nach einen schlechten Eindruck.

Zuständig für die Arbeiten an allen zehn Moerser Friedhöfen ist die Enni. Insgesamt bearbeiten die 19 Friedhofs-Mitarbeiter und Friedhofsleiter Tim Kettelaers in diesen Tagen rund 52 Hektar Friedhofsfläche. Im Schnitt kommen also zwei Personen auf einen Friedhof, urlaubs- und krankheitsbedingte Ausfälle nicht eingerechnet. "Das ist zu wenig. Das ist den Sparmaßnahmen der Enni zuzuordnen", behauptet der Gärtner. "Die Enni will nur noch pflegeleichte Reihen- statt Einzelgräber".

Auf Anfrage der Enni gab es auf die angesprochenen - vermeintlichen - Versäumnisse eine allgemeingehaltene Antwort: "Bis zum Totensonntag am 26. November wollen wir weitestgehend alles wieder im Griff haben", heißt es. Die Antwort zielt aber eher auf das Laub als auf die angesprochenen Versäumnisse ab.

Doch gibt es weitere Probleme: Viele Gräber haben auch die Angehörigen verwildern lassen, was ein schlechtes Bild auf den Friedhof werfe. Die Enni steckt solche Grabstätten mit Hinweisschildern ab (Foto links). Ist das Grab nach zwei mal drei Monaten immer noch nicht instand gesetzt, wird es trotz 25-Jahre-Vertrag eingeebnet.

"Das ist gut", sagt Friedhofsgärtner Klaus Schittenhelm auf Anfrage: Er beobachte schon lange eine veränderte Friedhofskultur. "Viele Leute haben keine Zeit oder Lust mehr, sich um die Gräber zu kümmern." Werbung für die Ruhestätte seien solche überwucherten Gräber selbstverständlich nicht. Viele Leute wollen auf einem Friedhof, der in solch einem Zustand ist, nicht beerdigt werden wollen. Und zweitens: "Die Außendarstellung ist schlecht. 60 Prozent aller Besucher bei Beerdigungen sind keine Moerser. Ihr Eindruck von der Stadt kann dann kein guter sein."

Quelle: RP
 
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