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Moers
Kulinarische Ideen auf 48 bunten Seiten

Moers: Kulinarische Ideen auf 48 bunten Seiten
Im Wittfeld-Wohnverbund bereiten die Bewohner ihr Mittagessen selbst zu: Bezugsbetreuerinnen Svenja Grootz (mitte) und Silke Nottebohm (hinten) helfen. FOTO: Christoph Reichwein
Moers. Bewohner und Mitarbeiter des Wittfeld-Wohnverbunds der Grafschafter Diakonie haben ein eigenes Kochbuch herausgegeben. Von Natalie Urbig

Im Altbau des Johann Heinrich Wittfeld-Haus duftet es nach "Chili con Carne". Yasmin Z., Marion B. und Anja W. haben es zubereitet: Die drei Damen leben dort in einer betreuten Wohngruppe. Nun haben sie mit anderen Bewohnern und Mitarbeitern des Wittfeld-Wohnverbunds ein eigenes Kochbuch "Wie wir uns verwöhnen" herausgegeben: Auf 48 Seiten stellen die Beteiligten darin ihre Lieblingsrezepte vor - 22 sind es insgesamt geworden. In leicht verständlicher Sprache und großer Schrift wird darin Schritt für Schritt erklärt, wie etwa Erbsensuppe, Putencurry mit Reis und Salat oder auch Rinderleber mit Zwiebeln zubereitet werden. Große Fotografien zeigen das fertige Gericht.

Der Wittfeld-Wohnverbund gehört zur Grafschafter Diakonie und feiert im nächsten Jahr sein 25-jähriges Bestehen. An drei Standorten lernen dort Menschen mit psychischen Erkrankungen in betreuten Wohngruppen, möglichst eigenständig zu leben. Dazu gehören neben einer Arbeitstherapie etwa auch Haushaltstätigkeiten. "Die Bewohner sollen hier so leben wie andere Menschen auch und bestimmte Fähigkeiten einüben", sagt der Leiter des Wohnverbunds, Axel Loobes.

Die Idee, ein eigenes Kochbuch herauszubringen, ist schon vor drei Jahren entstanden, erzählt er. Denn besonders das tägliche Kochen hat in den Wohngruppen einen hohen Stellenwert. Eine Großküche gibt es dort nicht: Die Bewohner bereiten die Mahlzeiten selber zu, jeder ist dabei einmal an der Reihe. "An einem Tag in der Woche stellen wir einen Speiseplan zusammen und verteilen die Aufgaben", erzählt Bezugsbetreuerin Silke Nottebohm. Sie achtet darauf, dass die Gerichte gesund und abwechslungsreich sind. Dazu gehört auch, dass die Zutaten jeden Tag von den Bewohnern frisch eingekauft werden. Um 12 Uhr versammelt sich die Wohngruppe dann um den Küchentisch und isst gemeinsam zu Mittag. "Es ist ein straffer Zeitplan", weiß Svenja Grootz, die ebenfalls als Bezugsbetreuerin tätig ist. "Das Zubereiten macht zwar Arbeit, wird aber von den anderen wertgeschätzt, weil jeder weiß, wie viele Mühe dahinter steckt." Das Kochen hat auch einen pädagogischen Charakter, wie Axel Loobes erklärt. Es gebe den Bewohnern Struktur und sie übernehmen Verantwortung für ihre Mitmenschen, die sich auf die fertige Mahlzeit verlassen. Das Kochbuch ist in Gemeinschaftsarbeit entstanden: Produziert wurde es so etwa in der Druckerei des Wohnverbundes.

"Unser Kochbuch, wie wir uns verwöhnen" kann in dem Wittfeld-Lädchen , Uerdingerstraße 105 in Moers für eine Schutzgebühr von fünf Euro erworben werden.

Quelle: RP
 
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