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Moers
Kulturkreis startet Deutschkurse für Flüchtlinge

Moers. Die Kurse sind sehr gefragt - der IKM legt viel Wert auf die Sprache als wichtige Voraussetzung für gelungene Integration.

"Sprache ist der Schlüssel für eine erfolgreiche Integration", sagt Cemil Mayadali. Der Vorsitzende des Internationalen Kulturkreises Moers (IKM) weiß, wovon er spricht. Er selbst kam 1971 aus der Türkei nach Moers. "Anders als die Flüchtlinge kam ich freiwillig und hatte einen deutschen Arbeitsvertrag in der Tasche", erzählt er. Dennoch hatten er und die gesamte Generation der ersten sogenannten "Gastarbeiter" mit vielen Problemen zu kämpfen. Um es den nachfolgenden Einwanderern leichter zu machen und die eigenen Erfahrungen weiterzugeben, gründete sich 1978 der IKM in Meerbeck. Der Verein setzt sich seitdem für ein gutes Miteinander der verschiedenen Kulturen in Moers ein - mit unterschiedlichen Kurs- und Begegnungsangeboten im Bürgerhaus an der Kirschenallee.

Der Vorstand hat sich nun entschieden, Deutschunterricht für Flüchtlinge und Asylbewerber anzubieten und startete Ende Dezember den ersten Kurs. Die Finanzierung ist durch die Bundesagentur für Arbeit sichergestellt. Als Lehrer konnte Abdullah Tatli gewonnen werden. Er unterrichtet an der Justus-von-Liebig-Hauptschule Türkisch und Islamische Religion. Die Arbeit mit den Flüchtlingen ist ihm ein Herzensanliegen. "Es macht mich glücklich, den Menschen helfen zu können", erzählt er. 30-40 junge Männer sitzen vor ihm, viermal in der Woche, für jeweils drei Stunden.

Sie kommen zum größten Teil aus Syrien und dem Irak und sind im Schnitt 25 Jahre alt. Viele wohnen zurzeit in der nahe gelegenen Unterkunft im alten Hauptschulgebäude. "Trotz hoher Motivation schaffen es nicht alle, sich durchgängig auf den Unterricht zu konzentrieren. Zu viele Sorgen schwirren durch ihre Köpfe", so Tatli. Der Lehrer muss sich der Herausforderung stellen, eine bunt gemischte Gruppe zu unterrichten. Verschiedene Muttersprachen, verschiedene Bildungsniveaus, sogar einige Analphabeten befinden sich unter den Männern.

"Die Flüchtlinge wissen, dass ihnen unsere Türe jederzeit offensteht", sagt Mitarbeiterin Emine Yilmaz. Hier finden sie ein offenes Ohr für ihre Fragen und Nöte, sowie eine Möglichkeit für Austausch und Begegnung. Der Computerraum mit W-Lan werde schon fleißig genutzt, denn Kontakt in die Heimat sei wichtig. Bei einer Tasse Kaffee werden auch neue Freundschaften geschlossen. Bei Bedarf wollen die Mitarbeiter des IKM ihre Schützlinge auf dem Weg ins Berufsleben begleiten, Praktika vermitteln und bei der Wohnungs- und Arbeitssuche helfen.

(rauh)
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