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Moers
Kunst an der Wand, in der Luft, am Boden

Moers: Kunst an der Wand, in der Luft, am Boden
FOTO: Dieker Klaus
Moers. Das Seewerk in Kapellen präsentiert in seiner neuen Werkschau ab Samstag, 27. August, den Facettenreichtum in der aktuellen Kunst. In Zusammenarbeit mit der Stadt Moers wird auch die Kulturinsel "Nepix Kull" zum Kunstort. Von Anja Katzke

Einen Vorgeschmack auf die Werkschau im Seewerk gibt's schon jetzt auf der Kulturinsel "Nepix Kull" im Schlosspark: Dort hat Bildhauer Günter Stangelmayer seine 15 Meter lange und rund fünf Meter hohe Edelstahlinstallation aufstellen lassen, die er eigens für diesen Ort gefertigt hatte. Sie besteht aus 27 einzelnen Modulen, es handelt sich um aus Edelstahl gefertigten Rahmen, die sich durch eine spezielle Steckverbindung gegenseitig halten und stützen, exakt ausbalanciert. "Dieses ineinander verschachtelte System, das sich durch Form und Kraft hält, ist mein Forschungsfeld", erklärt der Künstler das Konzept zur Konstruktion. Dass die Kunst so in die Innenstadt hineingetragen wird, ermöglicht die Kooperation der beiden Seewerk-Macher Frank Merks und Angelika Petri mit dem Kulturbüro der Stadt Moers. Die Stadt ist inzwischen im 9. Jahr dabei.

Doch auch am Silbersee in Kapellen, dem Stammsitz des Seewerks in der ehemaligen Dujardin-Fabrik, erleben die Besucher ab Samstag, 27. August, wieder den Facettenreichtum der aktuellen zeitgenössischen Kunst. Mavi Garcia präsentiert beispielsweise ihre vor zwei Jahren in ihrem Düsseldorfer Atelier entstandene Performance "Achillesferse". In der großen Ausstellungshalle am Seewerk ist ein Foto der Künstlerin zu sehen, für das sie sich von den Füßen bis zum Oberkörper zupflastern ließ. : "Wenn etwas weh tut, machen wir ein Pflaster drauf", erklärte sie das Konzept zur Performance. Nur: Hinterher ist aber nicht immer alles gut. Kai Savelsberg ist nebenan mit großformatigen Bildern vertreten, die den Menschen in den Fokus rücken. Dabei beruht der Untergrund auf eine Mischtechnik aus Farbe und alten Buchseiten beispielsweise, die er in Schichten auf die Leinwand bringt. Die Figuren sind für ihn die Schauspieler, die das widerspiegeln sollen, was ihn beschäftige, erklärte er gestern bei einer Vorbesichtigung der Werkschau. Zu vielen seiner Bilder schreibt er auch Texte. Einige wird er am 25. September im Rahmen einer Lesung vortragen.

Das Seewerk präsentiert in diesem Jahr Arbeiten unter anderem von Gabriella Fekete, Kai Savelsberg und Günter Stangelmeyer (links). Das Loftgebäude, das auf der linken Eingangsseite steht, wird von Künstler Tim Eiag (oben auf dem Hubwagen) zurzeit verbandelt. FOTO: Klaus Dieker

Der Stein ist das Element von Jürgen Zaun. Im weitläufigen Park am Silbersee hat er kurzerhand einen Steinkreis an den Ästen eines Baumes gehängt. "Die Steine befinden sich bei mir in einen anderen und ungewohnten Kontext", erläutert Zaun sein Konzept. So hat er am Ufer des Silbersees eine Stein-Wippe aufgestellt. Es handelt sich um eine gebogene Eisenstange, auf deren Ende ein Stein locker aufgelegt ist. Das fragile Objekt ist immer in Bewegung. Karin Habermann präsentiert im Kontrast dazu in einem der Ausstellungsräume Intarsienarbeiten, die sie aus Porzellan und Ton gefertigt hat. Die Arbeiten stehen in einem Spannungsfeld zu den Bildern von Wiola Gaszka. Bis zur Eröffnung der Werkschau wird auch Tim Eiag das Loft-Gebäude mit schwarzen Bändern verbandelt haben. Zwischen Fassade und Bändern soll so ein neuer transparenter Raum entstehen. Zum 70. Geburtstag NRWs verbandelt der Künstler aktuell auch die Alte Kämmerei in Düsseldorf. Die Ausstellung in der Nepix Kull wird am 27. August um 14 Uhr eröffnet, die Werkschau am Seewerk um 15 Uhr. Die Werkschau läuft bis zum 30. September.

Quelle: RP
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